ÖGFA_Podiumsdiskussion: kooperativ? verfahren? zu den Chancen und Grenzen kollektiver Planungsprozesse

7. März 2014
19:00

Podiumsdiskussion

ÖGFA_Podiumsdiskussion: kooperativ? verfahren? zu den Chancen und Grenzen kollektiver Planungsprozesse – Marlies Breuss, Walter Chramosta, Rudolf Kohoutek, Robert Korab

07.03.2014 | 19:00

Veranstaltungsort: Gumpendorfer Straße 63b, 1060 Wien

Wenn Urbanität eine Frage des Bewusstseins ist, des Witzes, wie Robert Pfaller meint – was können dann Planungsverfahren zur Entwicklung städtischer Zivilisation beitragen? Wo müssten sie ansetzen? Wer müsste wie zur Sprache kommen?

Verfahren werden in postindustriellen Gesellschaften mehr denn je zielorientiert eingesetzt und optimiert. Auch Dienstleistungen, zu denen Planungsverfahren gewöhnlich gezählt werden, unterliegen einer permanenten Qualitätskontrolle, einer lückenlosen Normierung, einer objektivierten Evaluierung – diese Vorstellung scheint jedenfalls Planungsabteilungen, Verwaltungen, Berufsvertretungen, und Rechtsabteilungen ergriffen zu haben. Aber wann und wo wird die Frage nach den Zielsetzungen gestellt?

Wenn geistige Leistungen, als die Planungsleistungen bislang gelten, definitionsgemäß nicht definierbar sind, bevor sie erbracht wurden, wird die Herausforderung klar, der sich Planungsverfahren stellen. Kooperation scheint hier einen Ausweg zu versprechen: Sie könnte diejenigen zur Sprache, zur Teilhabe am Öffentlichen bringen, deren Bewusstsein Urbanität entstehen ließe. Aber lässt sich Kooperation „top down“ verordnen? Stößt der „Witz“ der Betroffenen nicht an Grenzen, wo es um Verteilungs(un)gerechtigkeit geht, um extreme Machtunterschiede, um unvereinbare Interessensgegensätze? Entledigt sich Politik ihrer politischen Verantwortung, wenn sie über diese Unterschiede hinweg zum Aushandeln von Gegensätzen animiert? Wo ist weiterhin langfristige Planung angesagt? Gibt es allgemeine Interessen, die auch in kooperativen Verfahren grundsätzlich nicht verhandelbar sein sollen, und werden sie als Vorgaben konkret und operabel? Auch wenn Kooperation hilft, den planerischen Zirkel aufzubrechen und ein Projekt in Gang zu bringen, ohne eine Partei zu überrollen, bleibt die Frage nach den Voraussetzungen. Wer legt sie fest ohne urbanistischen Grundkonsens? Oder wäre der das Ziel des eigentlich notwendigen kollektiven Planungsprozesses? Nicht als verordnetes „bottom up“ zur Legitimation des „Geschäfts mit der Stadt“, sondern auf Augenhöhe mit der Komplexität der Stadt.

„Bauen ist eine kollektive Handlung“ schrieb Hannes Meyer 1939. Was er „Mitwirkung des Publikums“ nannte, wurde seit den 1960er Jahren als Partizipation systematisch entwickelt und hat nunmehr Fragestellungen städtischen Maßstabs erreicht. Das „Publikum“ wird divergent, potentiell diffus, und die Organisation der Prozesse, für Meyer noch die Architektenaufgabe, mutiert zur Moderation durch Spezialisten. ExpertInnen? Werden auch moderiert. Gebärden sie sich als pechakucha.Entwerfer? Spielen sie den Part der willfährigen Technokraten? Oder liefern sie Zahlen und Bilder für noch unklare Vorstellungen, Wünsche? Ist auch ihre Fähigkeit zu Analyse, Kritik und Interpretation gefragt, zum Synthetisieren von Typen, zum Setzen von Denkanstößen und zum Stellen der entscheidenden Fragen? Wer übersetzt das „urbane Bewusstsein“ in Strukturen gebauter Umwelt? Braucht das nicht Imagination?

Und: Wird der Unterschied zwischen der fluiden „Software“ urbaner Kultur, sozialen Raums, der Formen von Aneignung und Teilhabe, deren Update-Rate sich oft in Monaten misst und der „Hardware“ der Straßen und Gebäude, der Bäume und Bahntrassen, die auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, die Entwicklung und den Zustand einer Stadt bestimmen (auch wenn sie ihre Funktion ein Dutzend Mal verändert, ihre ursprüngliche Bedeutung längst eingebüßt haben), nicht sträflich unterschätzt? Besteht städtische Kultur nicht (auch) darin, dass sich der Witz an Steinen entzündet?

Was also können, was sollen Kooperative Verfahren? Die ÖGFA lädt zu einer Podiumsdiskussion mit AktivistInnen und Experten, KritikerInnen und Proponenten.
Text: Andreas Vass

Impulsreferat:

Rudolf Kohoutek
lebt in Wien. Studium der Architektur an der TH Wien, Geographie an der Universität Wien. Freiberufliche Stadtforschung seit 1974 in den Feldern Städtebau, Instrumente der Stadtplanung, Stadterneuerung,
Stadtgestaltung, Alltagsleben, Architektur, Wohnqualität etc.

Diskussion:

Marlies Breuss
Architektin, Partner von HOLODECK architects. Studierte Klavier und Komposition, absolvierte Architektur an der TU Wien und ein postgraduales Masterprogramm am Southern California Institute of Architecture (SCI Arc, M.Arch.II) in Los Angeles. Workshops in Turin und Paris, Universitätslektorin an der TU Wien seit 1996. Architekturpreismitglied und Jurymitglied in internationalen Wettbewerben seit 2004.

Walter Chramosta
Architekt und Architekturpublizist; internationale Vermittlungsarbeit in Sachen Architektur, Ingenieurbau und Landschaftsgestaltung. Architekturkritiker für in- und ausländische Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Lebt als freischaffender Forscher in Wien.

Robert Korab
Studium der Physik und Wissenschaftstheorie. Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bereichs- und Institutsleiter des Österreichischen Ökologie-Institutes (1986-2000). 2001 Gründung von raum & kommunikation. Ständiges Mitglied der Jury Bauträgerwettbewerbe Wien und Mitglied des Grundstücksbeirats (1995-2002). Ständiger Berater der Geschäftsgruppe Wohnbau und der Baudirektion der Stadt Wien.

Moderation: Andreas Vass, ÖGFA

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ÖGFA_Impulsreferate, Diskussion: Das Baurecht: Mittel gegen Bodenspekulation?

28. Februar 2014
19:00

Vortrag und Diskussion

leerÖGFA_Impulsreferate, Diskussion: Das Baurecht: Mittel gegen Bodenspekulation? Bettina Köhler (angefragt), Christoph Luchsinger, Rolf Novy-Huy

28.02.2014 | 19:00

Veranstaltungsort: Gumpendorfer Straße 63b
1060 Wien

„Der Grund und Boden dem Staat, der Hausbesitz dem Privaten.“ (Hans Bernoulli)

„Die Gemeinde verkauft kein Land, das in ihrem Eigentum steht. Die Gemeinde erwirbt in privatem Eigentum stehendes Land nach Möglichkeit. Die Gemeinde läßt ihr Land durch Private nutzen, indem sie ihnen ein Baurecht einräumt an diesem ihren Land.“
(„Die Aufgabe des Tages“, in: Die Stadt und ihr Boden, Hans Bernoulli, 1946)

Die Problematik des Geschäfts mit der Stadt lässt sich anhand des Geschäfts mit Grund und Boden zuspitzen: Wenn Liegenschaften auf Basis von öffentlichen Maßnahmen – ob Verbesserung der Infrastruktur oder höhere Widmung des Grundstücks – an Wert gewinnen, so ist dies keine selbstverdiente Leistung. Wenn es nun von Seiten der Öffentlichkeit keine Mittel gibt, den Gewinn aus dem Privateigentum von Boden (teilweise) zu beanspruchen, dann schenkt die Öffentlichkeit der jeweiligen GrundeigentümerIn einen oft nicht unerheblichen Mehrwertsgewinn bei Verkauf oder Entwicklung des Grundstücks – und fördert Bodenspekulation.

Bodenpolitik hat aber nun auch unmittelbar mit der Leistbarkeit von Wohnraum zu tun: Gut erschlossene zentrale Grundstücke werden durch die Bodenspekulation am freien Markt teure Ware, wodurch diese Lagen für Luxus-Immobilien lukrativ und für Sozialen Wohnbau unbezahlbar werden. D.h. günstiger Wohnraum wird aus den zentralen Lagen vertrieben. Doch auch Grundstückseigentum am Stadtrand ist – in einer Stadt ohne Mehrwertabgabe – Spekulationsobjekt.

Unter den bereits bestehenden Formen, Verfügungsrechte über Grund und Boden auch anders als über private Eigentumsfreiheit zu organisieren, gibt es unter anderem das Baurecht. Das befristete Recht, auf einem Grundstück ein Haus im Eigentum zu errichten und zu betreiben wird auch als Entkapitalisierung des Bodens beschrieben. Es geht eben darum, den Boden dauerhaft der Spekulation zu entziehen. Grund und Boden sind nicht (re-)produzierbar. Baurecht bedeutet auch, dass das öffentliche Interesse in das private Recht integriert wird.

Nachdem im Rahmen des Schwerpunkts „Das Geschäft mit der Stadt“ bereits ausführlich über die Mehrwertabgabe im Verhältnis zur öffentlich geschaffenen Infrastruktur und urbaner Qualität diskutiert wurde – u.a. anhand des spezifischen basis-demokratischen Kontexts der Schweizer Stadt Basel – geht es in dieser Veranstaltung darum, die Für und Wider des Instruments (Erb-)Baurecht abzuwägen. Ist das Baurecht ein geeignetes Instrument für bessere Bodenpolitik, und um leistbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen?
Text: Gabu Heindl

Impulsreferate:

Bettina Köhler
(INURA Wien); www.inura.org

Christoph Luchsinger
Studium der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ); wiss. Mitarbeiter und Dozent für Städtebaugeschichte bei Professor André Corboz (ETHZ); Redakteur der Zeitschrift Werk, Bauen + Wohnen; Dozent am Zentrum Urban Landscape an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur (ZHAW); Gastprofessor an der ETHZ, TU Ljubljana und TU Graz. Seit 1991 gemeinsames Architekturbüro mit Max Bosshard in Luzern und seit 2009 Professor für Städtebau und Entwerfen an der TU Wien.

Rolf Novy-Huy
Geschäftsführer der Stiftung trias. Zuvor bei der GLS Gemeinschaftsbank eG in Bochum 12 Jahre lang in der Finanzierung von Projekten tätig, Schwerpunkt Wohnprojekte. Die Stiftung vergibt Liegenschaften im Baurecht für qualitätsvolle Wohnprojekte.
Stiftung trias: Gemeinnützige Stiftung für Boden, Ökologie und Wohnen. Die Stiftung trias fördert Initiativen, die Fragestellungen des Umgangs mit Grund und Boden, ökologischen Verhaltensweisen und neue Formen des Wohnens aufnehmen. Ihre Stiftungsziele verwirklicht sie gemeinsam mit Kooperationspartnern im Rahmen gemeinnütziger Zielsetzungen.

Im Anschluss: Podiumsdiskussion

http://www.oegfa.at/event.php?item=8132

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Stadtgärtner*innen united! – Permakultur im März

4. März 2014
18:30
15. März 2014
15:00

Dienstag, 4.3.2014 um 18h30
Seedballs basteln, verstehen und verwenden + Saatguttauschbörse!
Kaleidoskop, Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien

Seedball sind Kugeln aus Erde, Ton und Samen, die sehr einfach, günstig in großer Anzahl produziert werden können, und sich dank ihrer Wurffähigkeit leicht über die Stadt verteilen lassen. Wir werden bei diesem Workshop gemeinsam Seedballs basteln und praktische Tips zu Aussat im Garten und im öffentichen Raum austauschen. Dabei erzählen wir eine kleine Geschichte der Seedballs: Von ihrem Erfinder, Masanobu Fukuoka, der als Begründer der “natürlichen Landwirtschaft” zu den einflussreichsten Pionieren der Permakultur zählt, und von ihrer Verwendung als “Seedbombs” der Guerilla Gardener, die auf gärtnerische Weise den öffentlichen Raum zurück erobern.
Achtung!: Wenn ihr Saatgut habt, seid ihr herzlich eingeladen, es zum Tauschen und Verarbeiten mitzubringen! Es wird jedoch auch Saatgut zur Verfügung stehen, sodass alle, die Lust haben, auch basteln können.

Samstag, 15.3.2014 um 15h
Stadtgärten kennen lernen, vernetzen, Erfahrungen austauschen und einsteigen.
Akademie der Bildenden Künste, Schillerplatz 1-3, ÖH-Büro (Raum E5), 1010 Wien
im Erdgeschoß, nach dem Haupteingang links und um die Ecke weiter.

Menschen, die in Wien und Umgebung gärtnern, und die, die das gerne tun möchten, lernen sich in diesem Workshop kennen. Bestehende Gärten stellen sich vor, Interessierte können einen Überblick gewinnen und Anschluss finden, und es können sich gänzlich neue Initiativen gründen. In einer Diskussionsrunde widmen wir und der Vielfalt städtischer Gemeinschaftsgärten, und im Besonderem dem Tun und Werken der Gärtner*innen im öffentlichem Raum im Spannungsfeld zwischen Eigentumskultur und Commoning. Alle, die in diesem Jahr ihre Lust aufs Gärtnern (wieder) ausleben möchten, sind herzlich eingeladen!

es stellen sich vor:
Garten Wolfganggasse
Permakultur-Gemeinschaftsgarten-Initiative Favoriten
Guerilla Garten: Längenfeld
Garten-Polylog (angefragt)
Nachbarschaftsgarten Macondo (angefragt)

Anschließend gibt es die Möglichkeit für Diskussionsrunden in Kleingruppen zu gesammelten Fragestellungen und Ideen. Nach einer gemeinsamen Abschlussrunde geht das Programm in einen offenen Austausch über. Dafür laden wir alle ein für ein gemeinsames Buffet Essen mitzunehmen!

>>> Info zur Permakultur Workshop-Reihe – wir werden im April pausieren und melden uns dann mit einen neuen Paket an Terminen im Mai wieder bei euch!

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Wozu braucht es ein “Recht auf Stadt”?

19. Februar 2014
20:00

http://wipplinger23.blogspot.co.at/2014/01/mittwoch-19-februar-2000-wozu-braucht.html

Mittwoch, 19. Februar; 20:00: Wozu braucht es ein “Recht auf Stadt”?

Teil 1 der “Recht auf Stadt” Reihe im Rahmen von dasque[e]r

Mietsteigerungen, Zwangsräumungen und eine Zunahme städtischer Armut, aber auch neue urbane Protestbewegungen, Rebellionen und Riots – auf vielfältige Art und Weise zeigt sich gegenwärtig, dass sich die Krise(n) des Kapitalismus wie auch der Widerstand gegen seine Zumtungen maßgeblich in Städten abspielen. Damit stellt sich nicht nur die Frage nach der Erklärung den städtischen Ausprägungen der derzeitigen Krise , sondern auch nach den politischen Strategien für den Umgang mit den vielfältigen städtischen Widersprüchen und Konflikten. “Recht auf Stadt” hat sich dabei in den letzten Jahren als globaler Slogan für zahlreiche neue urbane soziale Bewegungen etabliert. Doch was hat es damit auf sich?
Felix Wiegand wird in der Veranstaltung einen Überblick über kritische Ansätze im Themenfeld Recht-auf-Stadt geben und danach fragen, inwiefern diese auch für Aktivist_innen von Nutzen sind.

Infos zu Barrieren beim Zugang zur W23
Ort: Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien / Kulturverein w23
hosted by: que[e]r

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Recht auf Stadt Treffen

25. März 2014
18:30

Das Recht auf Stadt Treffen im März, wird am 25. um 19:00 im BuM! 24 stattfinden.
Magdalenenstraße 24, 1060 Wien.http://bum.prekaer.at

Das Treffen soll Raum bieten für Austausch, Vernetzung, Informationsweitergabe und gemeinsames Planen.

Alle, die Stadtgestaltung nicht den Interessen der Politiker_innen und Wirtschaft überlassen wollen, sind herzlich willkommen!

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Recht auf Stadt Treffen

26. Februar 2014
18:30
18:30

Das Treffen von Recht auf Stadt Aktiven und solche, die es werden wollen, findet im Februar am 26. um 18:30 statt.
Ort: Stadtlabor (Der Container beim Karlsplatz)

Auf dem Treffen im Jänner haben wir uns für einen 1 Monatsrhytmus entschieden…

Das Treffen soll Raum bieten für Austausch, Vernetzung, Informationsweitergabe und gemeinsamen Planen.

Alle, die Stadtgestaltung nicht den Interessen der Politiker_innen und Wirtschaft überlassen wollen, sind herzlich willkommen!

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Programm Pizzeria Anarchia Februar

Sonntag 02.02.

Brunch starting at 1:pm.m – eat and meet, bring what you like and share

Pizza Vokü
ab 17 Uhr vorbereiten, ca. ab 19 Uhr gibt’s Pizza

Dienstag 04.02.

20:00 Filme unter der Hand
Gasland

Eine Dokumentation über das Verfahren von “Hydraulic Fracturing”, kurz genannt “Fracking”. Gasvorkommen zu erschließen ist das Ziel dieser Methode.Der Macher reist herum und spricht mit Wissenschaftlern, Politikern und Vertretern der Industrie. Er wird in Haushalte eingeladen und beleuchtet die Situation aus ihrer Perspektive, welche die skrupellosen Machenschaften der Regierung offenlegen.

Sonntag 09.02.

Pizza Vokü
ab 17 Uhr vorbereiten, ca. ab 19 Uhr gibt’s Pizza

Dienstag 11.02.

20:00 Filme unter der Hand
Ein Augenblick Freiheit

Tempo- und ereignisreich erzählt dieser Film von der Odyssee deier iranisch/kurdischer Flüchlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig vertrauenswürdigen Hotel tagtäglich auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge warten.

Sonntag 16.02.

Pizza Vokü
ab 17 Uhr vorbereiten, ca. ab 19 Uhr gibt’s Pizza

Dienstag 18.02.

20:00 Filme unter der Hand
Amores Perres

Drei verschiedene Geschichten über die Beziehung von Mensch und Hund. Mexikanischer Kultfilm mit komplkexen Paralellhandlungen.

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Pizzeria Anarchia Dringender Aufruf zur Unterstützung und Solidarität

Pizzeria Anarchia
Dringender Aufruf zur Unterstützung und Solidarität

Pizzeria Anarchia ist ein Squat in Wien, das seit etwas mehr als zwei Jahren besteht. Nun ist es räumungsbedroht. Das gerichtlich beschlossene Datum, bis wann wir ausgezogen sein sollten, ist der 05. Februar 2014. Aber wir werden nicht gehen. Stattdessen rufen wir, an diesem Tag, auf zu einer Demonstration in Wien und Soliaktionen überall.

Da wir nicht gehen werden, werden die Hauseigentümer die Umsetzung des Gerichtsurteils durch die Polizei beantragen. Das wird warscheinlich einige Wochen dauern. Wenn sie sich ans Gesetz halten, müssen sie uns dann einen Brief schicken der das Räumungsdatum beeinhaltet. Trotzdem können wir uns nicht sicher sein, ob sie sich an dieses Datum halten.

Am Anfang ließen uns die Hauseigentümer rein. Dies taten sie nur aus dem Grund, wie auch vor Gericht zugegeben wurde, um die AltmieterInnen, die in zwei der Wohnungen mit regulären Mietverhältnissen seit Jahrzehnten leben, zu vertreiben. Das war von Anfang an klar, und bald fanden wir heraus, dass die zwei Hauseigentümer spezialisiert sind Häuser zu kaufen in denen nur noch wenige Menschen wohnen.

Diese Häuser sind im Vergleich billiger, vorallem wenn die Verträge unbefristet sind. Unter den herrschenden Gesetzen Wiens ist es sehr schwer die AltmieterInnen rauszubekommen, was aber nötig wäre um maximalen Profit aus dem Haus herauszuschlagen, indem man es renoviert und jede Wohnung individuell verkauft oder gleich das ganze Haus runterreisst. Im Fall der Pizzeria und anderen Häusern, die den gleichen Leuten gehören, waren Sabotage, psychischer Terror und extreme Vernachlässigung des Hauses, die Strategien um die Menschen herauszubekommen. Obwohl die zwei Eigentümer der Pizzeria besonders kreativ sind, ist das Vertreiben der Menschen aus ihrem Zuhause um Profit zu maximieren, eine verbreitete Praxis und logische Konsequenz von einem System basierend auf Privateigentum.

Zwei Jahre lang haben viele Menschen teilgenommen an der wöchentlichen PizzaVokü mit Diskussionen, Lesungen, Infoveranstaltungen, Konzerten, etc.; ein wöchentlicher Kinoabend, Workshops wie Buchbinden, Fahrradwerkstatt, Sprachkursen, Treffen für politische Aktivitäten. Wir haben hier gelebt, Freunde gefunden, Companeras und Verbündete.

Wir werden diesen Ort nicht aufgeben, wir werden uns wehren und wir brauchen jede Art von Unterstützung. Ihr könnt uns zu jeder Zeit besuchen kommen, uns helfen mit den Vorbereitungen für die Räumung. Organisiert Soliaktionen, informiert FreundInnen, bringt Material vorbei, checkt aktuelle Infos, und erscheint zahlreich zum Tag der Räumung! Wir werden das Datum auf unseren Blog und andere Kanäle stellen! Überlegt euch schon früher zu kommen und länger zu bleiben!

Checkt regelmässig unseren Blog und kontaktiert uns!
Gebt uns auch Bescheid über eure Struggles und wie wir euch unterstützen können!
Solidarität ist unsere Waffe!
Pizzeria Anarchia räumungsbedroht!
Wir bleiben!
Besetzt Häuser, lebt wild und gefährlich!
Wir bleiben alle!

http://pizza.noblogs.org/

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Miete? Räumung? Pizza! Demo

5. Februar 2014
16:00

PIZZA BLEIBT! PIZZA RESISTE!

Am 05. Februar läuft das Ultimatum für unseren freiwilligen Auszug ab. Wir werden nicht gehen! Deshalb findet ab 16h eine Demonstration statt. Treffpunkt ist die Pizzeria. Wir werden über Hintergründe aufklären und an Beispielen auf unserer Demoroute die Praktiken der Immofirmen, aber auch die Rolle der Stadtpolitik und der Gerichte beleuchten.

Wir beschränken uns nicht auf die Pizzeria, denn nicht nur wir sind betroffen von Spekulations- und Vertreibungspolitik. Deshalb verstehen wir diesen Ort vielmehr als eine Möglichkeit, das Eigentumsrecht in der Praxis auszuhebeln. Während Obdachlosigkeit immer stärker kriminalisiert wird, steigen Mieten kontinuierlich. Aus Alternativlosigkeit werden Menschen gezwungen Mieten zu zahlen. Betriebskosten decken Instandhaltung, der Rest ist Profit der Immofirmen und Hausbesitzer_innen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf keine Ware sein.

Sollte die Räumung durchgesetzt werden, wären die verblieben Mietparteien, wieder wie vorher, dem Terror und dem psychischen Druck durch die Eigentümerfirma Castella GmbH ausgesetzt. Auch deshalb werden wir bleiben und unser Haus gemeinsam verteidigen.

Da wir die Situation am Mittwoch nicht genau einschätzen können, würden wir uns freuen wenn viele Menschen schon untertags (oder auch gerne am Vortag – wir haben Platz!) vorbei kommen um uns zu unterstützen. Generell passiert sehr viel im und rund ums Haus. Viel Spass und viel Arbeit, die wir gerne teilen möchten, Infos wie ihr uns unterstützen könnt findet ihr auf unserem Blog oder direkt vor Ort. Jeden Sonntag finden ab 17h öffentliche Unterstützer_innen treffen statt.

Wir freuen uns über alle Soli-Aktionen an diesem Tag, in jeder Stadt und in jeder Art und Weise!

Demonstration | Mittwoch, 05.02.2014 | 16 Uhr | Pizzeria Anarchia

PIZZA RESIST! PIZZA WILL STAY!

On February the 5th the ultimatum for an optional move out is running out. We will not leave! That’s why a demonstration is taking place on February 5th. At 4:00 pm we will meet up at the pizzeria. We will shed light on the background of our district and show examples along our demo route. As well, we will explain something about the methods of the real estate companies, city politics, and about the court.

We don’t focus only on the Pizzeria, because we are not the only ones who are affected by the politics of speculation and displacement. Therefore we see this house more as a possibility to show practical actions against the right of property. While homelessness is getting more criminalized, the rent is growing higher. People get forced to pay rent because they don’t have alternative options. Running fees cover maintenance, the rest is the profit of the real estate companies and houseowners. Living is a basic need and shouldn’t be a product.

Should the eviction be enforced, the remaining tenants will unprotected to the terror and mental pressure of the owner Castella Gmbh again. That’s also a reason why we will stay and defend our house together.

We cannot estimate the situation on Wednesday exactly, so we will be pleased if there are a lot of people join us also during the day (it is also possible to join the day before – we have enough space!) and support us. In general lots of things are happening in and around the house. Much fun and lots of work we want share with you. Information, how you can support us, you get at our blog or directly at the Pizzeria. Every Sunday a meeting for supporters is taking place at 5pm.

Every solidarity action is welcome on this day in every city and in every way!

Demonstration | Wednesday, 05.02.2014 | 4 pm | Pizzeria Anarchia

Miete? Räumung? PIZZA!

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“Recht auf Stadt”-Treffen/Convention: 17. bis 19. Jänner in Graz

17. Januar 2014 17:00bis19. Januar 2014 23:30

via: http://schwarzesradieschen.noblogs.org/post/2014/01/11/recht-auf-stadt-treffenconvention/

Die Stadt — auch Graz — ist “umkämpfter Raum”:

Ständig geht es darum, wer die Stadt wie nutzen kann/soll/darf — und wer nicht. Wer wo sein, abhängen, wohnen kann/soll/darf — und wer nicht. Wer
“gefälligst” woanders hingehen soll — und wer bleiben kann/soll/darf.

Die Mieten steigen, weil ausgewählte Stadtteile wirtschaftlich aufgewertet werden. Öffentlicher Raum wird privatisiert — aus Brachflächen entstehen
Luxuswohnungen (Pfauengarten) und Gastgärten verkleinern öffentliche Plätze. Menschen, die nicht in das Bild einer klinisch sauberen tourismusfreundlichen “City of Design” passen, werden von Ort zu Ort gedrängt. Alkoholkonsum, Betteln und Straßenmusik werden verboten oder stark eingeschränkt und kontrolliert. Rassistische Medienberichte schaffen “Angsträume”, um stärkere Überwachung durch Polizei, Ordnungswache und immer mehr Kameras zu rechtfertigen. Über rassistische Übergriffe durch Behörden(-vertreter*innen) oder “Normalbürger*innen” wird kaum berichtet.
Kunst im öffentlichen Raum ist nur als bezahlte Auftragsarbeit erlaubt und politisch erwünscht. Gemeinnützigen/unkommerziellen Vereinen wird mit neuen Gesetzen und Verordnungen der Betrieb erschwert…

Um all dem entgegenzutreten und ein (wie auch immer geartetes) “Recht auf Stadt” einzufordern, sind in den letzten Jahren verschiedene Gruppen an die Grazer Öffentlichkeit getreten. Während wir alle tagtäglich unsere kleineren und größeren Kämpfe ausfechten, ging es hier darum, Missstände auch auf der Straße zur Sprache zu bringen.

So verschieden, wie die Interessen an der Stadt sind, so verschieden sind auch die aktiven Menschen und Initiativen/Gruppen. Doch — trotz und wegen aller Unterschiede:

Wir wollen zusammenkommen, uns kennenlernen und austauschen.
Wir wollen schauen, wo wir stehen und was gemeinsam möglich ist.
Wir wollen handeln.

Wir sind auf der Suche nach Menschen, die ihr Wissen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen (als Vortrag oder Workshop) teilen möchten.
Bitte meldet(s) euch unter !

Bitte leitet(s) diesen Aufruf an interessierte und aktive Menschen und Initiativen/Gruppen weiter!

Wir freuen uns auf ein konstruktives Wochenende mit lebhaften Diskussionen und interessanten Inputs.

WANN und WO? Freitag, 17. bis Sonntag, 19. Jänner 2014 im Kunstverein Roter Keil (Idlhofg. 87a, 8020 Graz). Beginn ist am Freitag um 17.00 Uhr.

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