MAYDAY MAYDAY – Recht auf Stadt und vieles mehr!

1. Mai 2013
14:00

MAYDAY Wien Plakat no.1
Am 1.Mai findet in Wien wieder eine MAYDAY-Parade statt. Treffpunkt ist der Yppenplatz um 14h, dort gibt es eine Schilder-mal Station, Infotisch mit Material zu „Recht auf Stadt“ und den Verschiedenen Stationen der Demonstration sowie einen Guerilla-Gardening SeedBombs Tisch.

Info finden sich unter: http://mayday-wien.org

AUFRUF ZUR SIEBTEN MAYDAY-PARADE IN WIEN am 1. Mai 2013.

DIY MAY DAY – Bewegung selber machen!

*** Treffpunkt 14h: Yppenplatz (1160 Wien)

Aufruf zur MAYDAY-Parade 2013
Der 1. Mai ist seit 1886 ein weltweiter Aktionstag an dem Lohnarbeit und die damit verbundenen Verhältnisse thematisiert werden. Vor zwölf Jahren startete in Mailand erstmalig eine EuroMayDay-Parade, die jene neuen Arbeits- und Lebensverhältnisse in den Blick nahm, die von den offiziellen Repräsentant_innen der Arbeiter_innen (nicht ohne Grund) unbeachtet blieben und bleiben. Prekäre Arbeitsformen wie vorallem Haus- und Carearbeit, die abseits von Feministischen Bewegungen keine Thematisierung fanden wurden in der MAYDAY Bewegung aufgenommen. Erstmalig wurde die Prekarisierung weiter Teile der jeweiligen Bevölkerungen angesprochen und gemeinsam mittels einer Parade sichtbar gemacht.

Seither ist um das Thema eine „intergalaktische“ Bewegung ohne Zentrum entstanden, oft ohne sichtbare Verbindungen zueinander, scheinbar wild wuchernde Geflechte. Eine Bewegung von unten, die Einiges an Erfahrungswissens aus vergangenen Bewegungen aufnahm und in die aktuellen Auseinandersetzungen einzubringen versucht. Diese Bewegung ist nicht auf Europa beschränkt, sie steht in einer gemeinsamen Linie mit sozialen Kämpfen und prekären Situationen weltweit.

Hieraus resultiert z.B. die Erfahrung, dass das gute Leben nur über kollektive Aktivitäten und Anstrengungen erreichbar (und erhaltbar) ist. Denn, wer wie viel vom gesellschaftlichen Mehrwert erhält (oder nicht erhält) ist nicht naturgegeben sondern entscheidet sich über die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Die MayDay-Bewegung hat hier Einflussnahme über einen intersektionalen Ansatz gesucht: also durch die Einbeziehung aller (bzw. möglichst vieler) Unterdrückungsverhältnisse, wie der sozialen Frage, der Geschlechterverhältnisse, die Verhältnisse zur Migration, der un(ter)dokumentierten Arbeit, des Verhältnisses Mensch-Tiere, Mensch-Natur, usw.

Die Parade ist Ort, diese Asymmetrien sichtbar und problematisierbar zu machen. Wir gehen davon aus, dass eine Vielfalt von Bewegungsformen (so auch die Platzbesetzungen der Demokratie-Bewegungen) inspirierend aufeinander wirken können, sich wechselseitig zum Schwingen bringen können, also gleichzeitig und in gleicher Art und Weise wichtig sind.

Da sich systematische Ausbeutung nicht auf die „produktiven Arbeiten“ beschränkt, sondern unser gesamtes Leben erfasst, geht es um alle Lebens-Aspekte. Mehr und mehr werden auch Beziehungen und Lebensformen Waren-förmig. Dabei werden gezielt Unsicherheiten und gesellschaftliche Spaltungen erzeugt. Die realen Faktoren für wirtschaftliche Katastrophen bleiben dabei meist abstrakt, Schuld wird medial dennoch gerne auf Randgruppen geschoben. Dabei werden ganze Volkswirtschaften wie in Griechenland in die Pleite getrieben, ohne Rücksicht auf die jeweiligen Folgen – die Rettung des Geldwertes rechtfertigt die Verarmung großer Teile von Bevölkerungen, ja bedingt sie. Darauf antworten wir mit einer Erweiterung des Terrains der Auseinandersetzungen.

Es geht nicht mehr nur um die Auseinandersetzung um reguläre Lohnverhältnisse. Es geht schlichtweg ums Ganze der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen: also um prekäre Arbeit, um bezahlte und unbezahlte Carearbeit, um Hausarbeit als unbezahlte und produktive Arbeit, um un(ter)dokumentierte migrantische Arbeit. Es geht auch um Sexarbeit, die, weil sie direkt am Körper ansetzt, einer besonderen Abwertung ausgesetzt ist, um alle abgewertete (unbeachtete) Arbeit, um Arbeit in Gefängnissen, um den Zwang zur Lohnarbeit genauso, wie den zwangsweisen Ausschluss davon (in der Erwerbslosigkeit oder durch Zugangsbeschränkungen zum formellen Arbeitsmarkt) und so weiter…
Um kooperativ zu sein, und uns gegenseitig zu unterstützen, gilt es diese verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und gemeinsame Handlungsräume zu finden.

Aus den genannten und vielen anderen Gründen rufen wir auch heuer wieder zur MayDay-Parade auf. Lasst uns gemeinsam feiern, Strategien planen, diskutieren und austauschen. Lasst uns kollektiv Erfahrungen machen, die in einer Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und Aufmerksamkeit nicht das eigene Sein be- und verhindern, sondern in einem wechselseitigen, inspirierenden Verhältnis zueinander stehen, Lasst uns gemeinsam tanzen und lachen, denn Emanzipation ist keine Sache der Willensanstrengung alleine und Prekarisierung ist kein naturgegebener Zustand. Lasst uns also gemeinsamen Sinn produzieren. Denn das ist es, was wirklich Sinn macht.

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