The Rent Is Too Damn High

von: https://linksunten.indymedia.org/de/node/80192

Hallo liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
Ich habe mich in den letzten Monaten des Öfteren gefragt, was es eigentlich mit diesem schönen, großen Gebäude am Hamerlingplatz 3 auf sich hat. Warum es seit Ewigkeiten leer steht und nichts Vernünftiges damit angestellt wird?! Oder um welche Art von Gebäude es sich überhaupt handelt(e)?! Da ich nicht glaube, die einzige Person in der NachbarInnenschaft zu sein, die sich derlei Fragen stellt, begann ich Erkundungen einzuholen: Betreffendes Gebäude wurde Anfang des letzten Jahrhunderts als Militärgeographisches Institut errichtet und später vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (kurz BEV) verwendet. Seit 2007 steht es nun schon leer.

Ein staatliches Gebäude mit einer Nutzfläche von knapp 20.000 qm steht einfach so leer?
Da ließen sich doch vielfältigste Ideen realisieren, wie zum Beispiel Wohnprojekte für Menschen mit geringem bis keinem Einkommen, Kindertagesstätten, SeniorInnen-Projekte oder auch etwas ganz Anderes. Bei solch einem immensen räumlichen Volumen sind Eurer Fantasie schließlich keine Grenzen gesetzt.

Wäre das nicht schön? Ein Bezirk/eine Stadt in dem/der die Menschen, welche ihn/sie bewohnen, selbst bestimmen können was, wo, wie und wann gemacht/gebaut/genutzt/gelebt wird? Für jede und jeden die Gelegenheit eigene Gedankenprojekte nach ihren/seinen Vorstellungen umzusetzen?

Das dachte sich die Eigentümerin des Gebäudes wohl auch…Die Bundesimmobiliengesellschaft (kurz BIG) plant mit Hilfe der Soravia Real Estate Group bis Ende 2014 eine Generalsanierung des Hauses sowie das Entstehen von „knapp 80 stilvollen Wohneinheiten zwischen 70 und 170 Quadratmetern mit luxuriöser Ausstattung“. „Das Ergebnis“, so heißt es in einer OTS Pressemeldung der BIG von Mitte des letzten Jahres, sei „elegantes Wohnen an einem der schönsten Plätze Wiens inklusive großzügig begrüntem Innenhof, luxuriöser Lobby mit Durchgang zum privaten Garten, hauseigener Tiefgarage, Restaurant und exklusivem Concierge-Service, der alle Wünsche von der Kartenreservierung bis zum Auffüllen des Kühlschrankes übernimmt.“

Der Baustart ist für die kommenden Wochen angesetzt und der österreichische Staat lässt sich das Ganze rund 70 Millionen Euro kosten.
Um die exorbitant hohen Investitionskosten zu kompensieren werden Kaufpreise ab €4000 pro Quadratmeter (!) angestrebt. Für Wohnungen im Dachgeschoss geht der Spaß bei €10.000 los.

Berechtigte Fragen sind nun:

Wie kommt die BIG dazu Wohnungen mit solch astronomischen Kaufpreisen in dieses wundervolle Gebäude zu pressen und, viel wichtiger, wer soll sich dann so eine Bleibe leisten können?

Was soll dieser Wahnsinn und warum kann dieses großzügige Haus nicht von vielen Menschen gleichermaßen, statt einiger weniger, nach ihren Vorstellungen und abseits ihres Einkommens, genutzt werden?!

Dies ist keine Stellungnahme irgendeiner Partei und auch kein Affront, der sich an eine bestimmte Gruppe von Menschen richtet. Das Schreiben soll einen Anreiz bieten, sich über die Wohnungspolitik und die Eingrenzung von Freiräumen in unserer Gesellschaft zu informieren, welche schließlich nur Symptome einer Wirtschaftsweise darstellen, die sich dem ständigen Profit und nicht dem Wohlergehen der Menschen verschrieben hat.

Wenn ihr unzufrieden seid, zeigt es! Startet Petitionen! Bildet BürgerInneninitiativen! Setzt Euch zusammen und diskutiert! Und geht vielleicht einen Schritt weiter..!

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und noch etwas mehr info:
Verfasst von: anonym. Verfasst am: Di, 05.03.2013 – 14:02.

das haus ist in wien, es ist ganz gut, solsche basic-info bei solchen artikeln nicht zu vergessen.

ganz leer steht es nicht: ab und an ist ein flohmarkt drinnen, es wurde für zumiondest ein theaterstück zwischengenutzt.

und ich hab irgendwas in meinem hinterkopf, dass in diesem haus die zwischennutzungsagentur, die eigentlich in der rot-grünen koaltitionsabkommen festgelegt wurde, und dann aber nix passiert ist, einzihen sollte. bin mir aber diesbezüglich nicht ganz sicher, kann sein, dass ich mich auch täusche.

jo, es ist an der zeit, das wiener model der gentrifizierung zu thematisisieren, anstatt immer nur deutschen modellen nachzulaufen.

lg

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