BINZ Bleibt! Zürich Rollerdisco Eskalation durch Polizei

allgemein mehr Infos finden sich unter: http://binzbleibtbinz.ch/

> Statement zur Rollerdisco vom 2. März 2013
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> Gestern Samstagabend, 2. März 2013 wurde von diversen politisch und kulturellen Gruppierungen zum 7. Binz-Fest eingeladen. Unter dem Motto Rollerdisco war in den vergangenen Wochen ein rollendes Fest vorbereitet worden, welches vor dem Hintergrund der bevorstehenden Räumung und des Abrisses auf Vorrat des grössten besetzten Areals und einem der letzten grossen Freiräume der Schweiz geplant wurde.
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> Liebevoll und zeitaufwändig wurden an die zwanzig fahrbare Festwagen, Vehikel und rollende Kuriositäten gebaut, welche gegen 22:00 Uhr während einer Bolidenshow vorgestellt wurden. Zu erleben gab es unter anderem einen überdimensionalen Rollschuh, ein Auto welches komplett aus alten Radios zusammengeschweisst wurde, eine Rakete, ein Muschimobil, Mad-Max-Vehikel und viele mehr.
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> Mit festlicher Stimmung fuhren diese Wagen begleitet von ca. 3000 Leuten aus der Binz, um diesen rollenden Protest in die Stadt zu tragen.

Unter den Tausenden von Tanzenden und rollenden Menschen wurden bunte Ballons und Infoblätter verteilt. Über ihnen regnete es Feuerwerk und Herzkonfetti. Den Abschluss des Umzugs bildete ein Abfallmobil mit einer Gruppe Müllmenschen, ausgestattet mit Besen.
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> Der festliche Demonstrationsumzug verlief fröhlich, bis zu dem Moment, in dem die Polizei ohne Vorwarnung mit übermässigem Tränengas- und Gummischroteinsatz die Menge von tausenden feiernden Menschen in Panik versetzte und in kleinere Gruppen aufteilte. Eine Person erlitt durch den Wasserwerfereinsatz schwerste Verletzungen an den Augen.
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> Diese Polizeiangriffe weckten Zorn und Wut, hervorgerufen durch angestaute Aggression der alltäglichen Konfrontation mit der repressiven Polizeipolitik der Stadt Zürich. Der massive Tränengaseinsatz gegen 3000 Menschen verunmöglichte einen weiteren festlichen Ablauf im geplanten Sinne und verursachte ein Chaos, welches nicht mehr zu überschauen war.
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> Die Polizei provozierte mit diesem kompromisslosen Vorgehen willentlich eine totale Eskalation der Situation und nahm in Kauf, dass es zu schweren Verletzungen kam.
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> wirbleibenalle@outlook.com
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Es gibt einen Grund, warum Häuser besetzt werden. Es gibt einen Grund,
weswegen unbewilligt kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden. Und
genauso gibt es einen Grund, warum sich heute so viele Menschen
versammelt haben und gemeinsam durch die Strassen ziehen. Wir alle sind
ein Teil dieser Stadt und dies ist ein Protest. Wir drehen das Volumen
auf, damit man uns nicht überhören kann.

Wir fordern physischen Raum und Akzeptanz für unser Engagement, unsere
Kreativität und unsere Anliegen.

Projekte wie die Europa-Allee, Zürich-West und die knallharte Repression
wie zum Beispiel im Langstrassenquartier sind Paradebeispiele für die
Aufwertungspolitik der Stadt Zürich. Doch was die Stadt als Aufwertung
verkauft, bedeutet für den Grossteil der Stadtbevölkerung Verdrängung.

Diese Entwicklung führt zur gezielten Zerstörung des Kleingewerbes, von
bezahlbarem Wohnraum und von selbstverwalteten Kultur-, Bildungs- und
Wohnzentren wie der Binz, des Autonomen Beauty Salons (ABS) und der
Autonomen Schule Zürich (ASZ). Den charakterlosen Glanz dieser
gesäuberten Stadt lassen wir nicht zu.

Die brutalen Polizeieinsätze und Bewilligungspraktiken hindern uns nicht
daran, das Stadtleben weiterhin mit kulturellen Veranstaltungen zu
beleben. Und noch viel weniger hindern sie uns daran, das politische
Bewusstsein im Hinblick auf die negativen Veränderungen dieser Stadt
durch unsere Aktionen zu stärken. Denn ohne Andersdenkende,
Unangepasste, Fremde und Kritikerinnen wird die Stadt zu einer gestörten
Pseudo-Einheit.

Die angekündigte Räumung des wichtigen und grossen alternativen
Zentrums, der autonomen Zone Binz, gibt uns umso mehr Anlass, ein
Zeichen zu setzten und uns die Freiräume zurück zu nehmen.

Für ein selbstbestimmtes Leben, frei von Profitdenken und Intoleranz!

Wir bleiben alle!

wirbleibenalle@outlook.com

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