neuer Wagenplatz: Gänseblmchen

17. Juli 2012
13:00
18. Juli 2012
13:00
19. Juli 2012 13:00bis24. Juli 2012 13:00

Manifestation
Wie manche von Euch mitbekommen haben gibt es in Wien inzwischen wieder DREI Wagenplätze.
Nachdem sich zwei Plätze über die Jahre etablieren konnten war es nur eine Frage der Zeit wann sich diese Wohn- oder Lebensform weiter auffächert. So unterschiedlich verschiedene Projekte (Pankahyttn, WUK, Pizzeria, EKH, FZ, Kaleidoskop, W23, etc.) oder ganz normale (studentische) Wohngemeinschaften sind, genauso unterschiedlich gestalten sich verschiedene Wagenplätze. Leider ist es für Wagenplätze in Wien weiterhin schwierig einfach ein Grundstück zu finden. Vorurteile, massives Schubladendenken und rechte Hetze rücken Wagenplätze, ungeachtet der positiven Berichterstattung (Kurier, Wiener, AutoRevue, ORF, Puls 4, Kottan Ermittelt, Augustin, etc.), immer wieder ins negative Licht. So kommt es, dass Wagenplätze gegen die selben Vorurteile kämpfen (oder an sich abprallen lassen) wie es Roma, Sinti und Reisende seit jeher erfahren.
Ein bisschen mehr Offenheit, die Bereitschaft zum Gespräch und der Mut sich von vorgefassten schlechten Meinungen nicht beeinflussen zu lassen, würde vieles sehr viel einfacher machen.

Wir vom Wagenburg-Kunstkollektiv Gänseblümchen beschäftigen uns mit Projekten rund um das Thema „Mobile living“. Zu unseren Projekten gehört der Bau von Schaustellerwagen, Survival Motorrädern, Fahrrädern, autarker Energieversorgung, das Angebot von Konzerten, Workshops und Slapstick, die Produktion von Kurzfilmen sowie der Betrieb von mobiler Kommunikationstechnik.

Was wir jetzt brauchen:
Wir stehen mit unserer gesamten Infrastruktur vor den Toren der steril geplanten Seestadt Aspern. Wir suchen Leute, die uns besuchen kommen, Lust haben mit bzw. für uns Transparente zu malen, oder in irgendeiner anderen (kreativen) Form Kritik am Zwischennutzungskonzept der Seestadt Aspern üben. Noch gibt es hier einen tollen Baggersee zum Schwimmen, in ein paar Jahren soll hier alles zubetoniert sein und der See nur noch das Auge bzw. die Kassen der Investoren erfreuen.

Zwischennutzung für uns (bzw. überhaupt irgendwen) ist hier nicht erwünscht, da wir als Aussteiger und Chaoten gelten und die Verwertungsgesellschaft gegen das Image einer zweiten Großfeldsiedlung kämpft. Hier liegen über eine Million Quadratmeter für die nächsten 5 bis 10 Jahre brach und uns wird die Zwischennutzung eines Bruchteils verweigert. Nicht einmal 3 Monate wollen sie uns hier haben, das wäre ein Zeitraum in dem mit anderen Verantwortlichen eine längerfristige Lösung für uns erarbeitet werden könnte – wir haben keine Präferenzen dazu, ob diese von privater oder öffentlicher Hand kommt.

Montag um 12.00 Uhr sollten wir von den Parkplätzen der öffentlichen Strasse verschwunden sein. Wir sind geblieben und hoffen auf zahlreiche BesucherInnen die mit uns zeigen, dass wir nicht einfach so wegzuscheuchen sind. Unsere Standkundgebung haben wir bis zum 24. Juli verlängert, genug Zeit sich uns anzuschließen.

Also kommt vorbei, lernt uns kennen, helft uns gegen diese „Macht von Oben“ zu demonstrieren und zu zeigen, dass wir ein Recht haben so zu leben wie wir möchten.

Liebe Grüße Eure/Euer

Kulturmeile Gänseblümchen – Wagenplatz Ausschussware – Trailerpark Broken Heart

Rückfragen: 06805078226 bzw. 068120116123 oder schriftlich an: gaensebluemchen@wagenplatz.at

Presseaussendung vom Donnerstag den 12.07.2012
Seestadt Aspern verweigert WagenplatzbewohnerInnen temporäre Nutzung von riesigen Brachflächen

Wir, die ?Wiener Gänseblümchen? bzw. der ?Wagenplatz Ausschußware? alias ?Trailer Park Broken Heart? sind eine Gruppe von 7-10 Personen, denen es äußerst schwer gemacht wird, ein Grundstück zu nutzen, um unser Lebenkonzept, gemeinschaftlich in Wagen zu leben, auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

Wir befinden uns auf einem Parkstreifen im Westen der künftigen Seestadt Aspern und warten seit eineinhalb Wochen auf eine Zusage, ein Grundstück auf dem Stadtentwicklungsgebiet, zumindest vorrübergehend, besiedeln zu können. Nun wurden die Gespräche seitens der Asperner Verwertungsgesellschaft ?3420? abgebrochen. Darüber hinaus wurde uns von dieser Gesellschaft eine Räumung vom Parkstreifen angekündigt, falls wir diesen nicht bis Montag Mittag verließen.

In der Seestadt Aspern allein stehen insgesamt 240 Hektar (Zwei Millionenvierhunderttausend Quadratmeter) Land zur Verfügung, auf nur einem Bruchteil finden derzeit Bautätigkeiten statt. Die Seestadt bewirbt sich mit Zwischennutzung und Aspern-Publik, und hat den Wagenplätzen in der Vergangenheit schon mehrmals einen Platz angeboten. Trotzdem möchte der Betreiber uns, jetzt wo wir ihn bräuchten, aus ?Sicherheitsbedenken? keinen Grund weder kurz- (2-3 Monate) noch längerfristig (2-3 Jahre) zur Verfügung stellen. Im Gegenteil er fordert uns auf von der öffentlichen Straße in der Nähe seines Grundstücks zu verschwinden.

Unserer Gruppe schlagen Vorurteile entgegen, wie sie Roma, fahrende Völker und andere Reisende seit jeher erfahren. Während jede/jeder sesshafte Bauer/Bäuerin abgerissene/marode Schuppen in Benutzung hat, werden bei den WagenbewohnerInnen alte Wagen zu Dreckskübeln stilisiert, Brennholzhaufen als chaotische Zustände beschrieben und gelagertes Baumaterial und zugehörige Baustellen als untragbar bezeichnet. Dieses Image kann die neue Stadt nicht gebrauchen und deshalb werden Sicherheitsbedenken vorgeschoben warum uns eine temporäre Nutzung jetzt plötzlich verweigert wird.

Zwischennutzung von ungenutzten Flächen muss nicht so schwer sein und nur weil Menschen in Wagen leben gefährden sie weder Recht noch Ordnung. Vielmehr geben die zwei bestehenden und der sich kürzlich gebildete 3. Wagenplatz vielen Menschen einen Ort der Inspiration, des Lernens durch soziale Interaktion, Beobachtung und Ausprobierens. Als öffentlicher Raum bieten Wagenplätze anderen Personen einen Platz zum partizipieren, Anteil zu nehmen oder um Hilfe und Gastfreundschaft zu empfangen.

1. Wir fordern alle verantwortlichen Personen der MA 18, der 3420, der
Bezirksvorstehung und der Grünen auf, sich mit uns an einen Tisch zu setzten und eine zufriedenstellende und tragfähige Lösung für dieses hochgespielte Problem zu finden.
2. Für den Zeitraum der Verhandlungen fordern wir einen geeigneten Grund in der Nähe unseres jetzigen Standortes, damit wir unserem normalen Leben weitestmöglich nachgehen können und weiter am Aufbau unserer Infrastruktur tätig sein können.
3. Über Solidaritätsbekundungen von Privatpersonen, Institutionen, Vereinen oder Personen der Öffentlichkeit freuen wir uns sehr und nehmen auch alternative Grundstücksangebote dankend entgegen.

Zwischennutzung muß niederschwellig möglich sein, Zwischennutzung schafft viele positive Synergieeffekte und Zwischennutzung macht eine Stadt lebenswerter!

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