Update 17.april – Landbesetzung in Wien


seit heute Mittag ist – wie zuvor Angekündigt – ein Grundstück in der Gerasdorfer Straße 105 besetzt;

dazu hier die Presseaussendung der Besetzer*innen, ein Interview von Radio Orange, Kontaktmöglichkeiten und der bisherige News-Ticker vom Blog (http://17april.blogsport.eu/)

Interview Radio Orange: http://cba.fro.at/57859
Ein Feld in Wien Jedlersdorf wurde am 17. April, dem Tag des kleinbäuerlichen Widerstands, zum Schauplatz der vermutlich ersten Landbesetzung in Wien seit zumindest sehr langer Zeit.

Zirka 60 Personen sollen es gewesen sein, die zwischen 11 und 12 Uhr auf das Grundstück mit der Adresse Gerasdorfer Straße 105 eingedrungen sind. Grundeigentümerin ist die Bundesimmobiliengesellschaft. Genutzt wurden die Felder und Gewächshäuser auf dem Gelände bis vor kurzem von der Universität für Bodenkultur (Boku). Zuletzt drohte eine Verbauung. Nun wurde das Land von jenen, die es bewirtschaften (wollen) erobert.

Anwesende Polizei habe im Großen und Ganzen nur zugeschaut, als die Besetzer_innen über einen Zaun auf das Grundstück kletterten, erzählten Beteiligte. Andere berichteten von Perlustrierungen. In den nächsten Stunden zog sich die Polizei jedenfalls weitgehend zurück und patrouillierte nur mehr gelegentlich vorbei. Lediglich ein paar Securitys mussten den ganzen Tag vor dem Zaun auf und ab gehen. Böse Blicke wurden auch immer wieder von einem Boku-Mitarbeiter über den Zaun geworfen. Gegen 14 Uhr kam er in Polizeibegleitung auf das Gelände und kappte die Wasserversorgung. Auf wundersame Weise floss das Wasser aber wenig später wieder.

Wer mitmachen will und die bestehende Übereinkunft über ein respektvolles, gewalt- und hierarchiefreies Miteinander mitträgt, möge hinkommen.

Weitere Informationen, die „Übereinkunft – Safer space“ und einen aktuellen Newsticker gibt es da: http://17april.blogsport.eu/

Ein ausführliches Interview mit zwei Personen, die mit vorbereitet hatten ist hier zu hören: http://cba.fro.at/57816

http://17april.blogsport.eu/
Kontakte und Telefonnummern
Publiziert am 11. April 2012 von Eseldidu

Info- und Pressetelefon(erreichbar ab Montag morgen:) 0681 /20 143 140

Rechtshilfe (ab Dienstag 11:00):0681 83 10 30 50

email: schwarzerettich@riseup.net

http://17april.blogsport.eu/
Hier wird es Heute laufend Updates zu Situationen an der Fläche und dem Verlauf der Aktion geben, stay tuned!

Die aktuelle Lage heute, am 17.April:

10:50 Uhr – die Polizeipräsenz ist nicht zu übersehen! Es werden die Personalien von allen ankommenden Personen aufgenommen!

11:00 Uhr – Treffpunkt bei der Bushaltestelle Kollarzgasse. Im Moment sind ca. 20 Personen an der Aktion beteiligt.

12:00 Uhr – die Fläche wurde besetzt! ca. 60 Personen sind anwesend. Kommt zahlreich und unterstützt die Besetztung!

13:00 Uhr – ca. 100 Menschen befinden sich auf der Fläche. Es gibt ein reges Treiben – es wir clowniert, ein Kompostklo gebaut, die Erde bearbeitet, der slowenische Chor singt, Rhythms of Resistance machen mit Sambamusik Stimmung. Die Polizei hat sich vorläufig zurückgezogen, jedoch halten zwei Securities die Stellung und warten auf die Entscheidung der BOKU bezüglich dem weiteren Vorgehen.

13:15 Uhr – ein Mitarbeiter der BOKU taucht auf und teilt sein Vorhaben mit, den Wasseranschluss abzudrehen, sowie die Polizei zu rufen.

13:50 Uhr – der besagte Mitarbeiter setzt seine angekündigte Aktion mit Polizeischutz um – die Wasserversorgung für die besetzte Fläche wurde abgedreht!

17:30 Uhr – Die Stimmung ist sehr gut! Eine VOKÜ ist eingerichtet und die erste Suppe bereit zum Essen. Das Kompostklo ist fast fertig. 60 bis 70 Menschen hatten gerade ein Plenum, bilden verschiedene Arbeitsgruppen und bemühen sich um einen guten Kontakt zu den NachbarInnen. Kommt zahlreich und bringt eure FreundInnen und euren Schlafsack mit! Der Sonnenuntergang ist gerade wunderschön! Das nächste geplante Plenum ist übrigens heute um 21:30 uhr und morgen um 13:00 uhr.

18:00 Uhr – Morgen um 9:30 Uhr wird BOKU-Vizerektorin Reithmayer zu einem Gespräch auf die Fläche kommen.

19:00 Uhr – die Polizei steht vor den Barrikaden! Kommt, kommt zahlreich auch über die Nacht!!

Presseaussendung
aktuelle Meldungen ausserdem unter: 17april.blogsport.eu

Kurz-Meldung:
*Landbesetzung in Floridsdorf*
Am Di, 17. April wurde das brachliegende Gelände des ehemaligen Versuchsgartens der Uni für Bodenkultur in Floridsdorf besetzt. Die Bewegung setzt sich für eine weitere landwirtschaftliche Nutzung der Flächen ein. Die geplante Bebauung soll dort nicht stattfinden. Am 17. April, dem „Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes“ finden jährlich weltweit Aktionen statt, die auf die Industrialisierung der Landwirtschaft, das Schwinden regionaler Lebensmittelversorgung und den Verlust fruchtbaren Bodens hinweisen.

längere Nachricht:
*Landbesetzung in Floridsdorf. Bürgerinitiative fordert landwirtschaftliche Weiternutzung.*
Seit Di, 17. April findet in Floridsdorf eine Landbesetzung statt. Laut den Teilnehmenden der Besetzung soll eine nachhaltige und regionale Nahrungsmittel-Versorgung fixer Bestandteil der Stadtentwicklung Wiens
werden. Um auf die dafür notwendige Erhaltung landwirtschaftlicher Nutzfläche vor Ort hinzuweisen, wurde die brach liegende Fläche des ehemaligen Versuchsgartens der Universität für Bodenkultur in Jedlersdorf
besetzt. Hier soll laut Plänen der Bundesimmobiliengesellschaft ein Bauvorhaben umgesetzt werden. BIG und BOKU halten sich zu den Details allerdings bedeckt. Unterschiedliche Bürgerinitiativen, die an einer ökologischen Nutzung der Fläche interessiert sind, wurden bisher nicht in die Gestaltung der Vorhaben eingebunden.
Die Besetzer_innen fordern eine kollektive Nutzung der Fläche für Gemeinschaftsgärten und einen Betrieb nach dem Modell der„Community Supported Agriculture“. Die regionale Selbstversorgung der Bevölkerung soll durch partizipative Modelle der Landwirtschaft gefördert werden. Es wird verlangt, die Zukunft des BOKU-Versuchsgartens der kollektiven und nachhaltigen Lebensmittelproduktion zu widmen. Neben dem Gemüseanbau soll es Raum für Wissensaustausch und alternative Bildung geben, wie z.B. Arbeit mit den Schüler_innen der benachbarten Schule. Weiter sollen ein Ort der nachbarschaftlichen Begegnung sowie verschiedene Werkstätten geschaffen werden. Mit der Erhaltung des Grünlandes soll ein Beitrag zu einer nachhaltigen grünen Stadtentwicklung geleistet werden. Zudem trägt die Fläche als lokaler CO²-Speicher zum
Klimaschutz bei, so die Besetzer_innen.
Am 17. April, dem „Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes“ finden jährlich weltweit Aktionen statt, die auf die Industrialisierung der Landwirtschaft, das Schwinden regionaler Lebensmittelversorgung und den Verlust fruchtbaren Bodens hinweisen.

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