Recht auf Stadt in Lateinamerika

1. Juni 2012bis3. Juni 2012

Workshop Recht auf Stadt in Lateinamerika

Im Rahmen der 28. Jahrestagung der LAF Austria
http://laf-austria.at/jahrestagung/jahrestagung-2012 (WS 5B)

Die Debatte um das Recht auf Stadt bekommt im Kontext lateinamerikanischer Städte eine zunehmende Relevanz und verdient angesichts dessen Aufmerksamkeit. Bekannte Bilder von Zitadellen und Ghettos, Zentralität und Marginalität oder Inseln und Ozeanen werden herangezogen, um soziale, ökonomische und ökologische sowie politische und kulturelle Ungleichheiten und Polarisierungen in lateinamerikanischen Städten zu beschreiben. Diese als Dualitäten wahrgenommenen Phänomene beinhalten jedoch eine Vielzahl von Realitäten, Sichtweisen und Geschichten, die unsichtbar bleiben. Während manche unterschiedliche Geschichte oder Sichtweise als Bereicherungen für die Vielfalt urbaner Gesellschaften erkannt werden, führen andere wiederum zu Konflikten im und um urbanen Raum zwischen den verschiedenen AkteurInnen. Aktuelle umkämpfte Themen sind beispielsweise die Aneignung und Nutzung öffentlicher Räume, der Zugang zu Wohnraum, die Mitbestimmung bei Restrukturierungsprozessen, die Ausstattung mit und die Gestaltung von städtischer Infrastruktur sowie die Aushandlung urbaner Teilhaberechte (citizenship).

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie, von wem und für wen Stadt “gemacht” wird, angesichts von Gesellschaften, die durch solche extremen Disparitäten, Fragmentierungen und Interessenskonflikte geprägt sind.

Änderungen der nationalen und globalen Rahmenbedingungen für Stadtentwicklung (bspw. der internationale Städtewettbewerb) und der Wandel der urbanen Steuerung hin zu Governance-Prozessen beeinflussen die Strategien der Problemlösung auf lokaler Ebene lateinamerikanischer Städte. Je nach Kontext kommen unterschiedliche Instrumente und Variationen von bottom up-und top down-Prozessen zum Tragen, zusätzlich diversifiziert durch die Öffnung der stadtpolitischen Agenden für privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure. Partizipation, Nachhaltigkeit, Demokratie und Chancengleichheit sind Themen, die diskutiert werden, zuletzt unter anderem auf dem UN-HABITAT World Urban Forum 2010 in Rio de Janeiro unter dem Motto “Recht auf die Stadt”. Gerade unter diesem Motto werden u. a. in Lateinamerika viele Themen, (vermeintliche) Lösungen und Strategien subsumiert, die eine gerechtere Stadtentwicklung bewirken (sollen). Diese Tendenzen sind sowohl auf lokaler Ebene, im Rahmen von Graswurzelbewegungen und Stadtteilinitiativen, in nationalen Programmen aber auch auf globaler Ebene wie zum Beispiel im Rahmen der Welt-Charta eines Rechts auf die Stadt der Habitat International Coalition zu finden.

Im Workshop sollen theoretische und vor allem empirische Einblicke in die verschiedensten Konzeptionen und Ebenen dessen, was als Recht auf Stadt in lateinamerikanischen Städten verstanden oder eingefordert wird, zusammengebracht werden. Von wem wird ein Recht auf Stadt eigentlich eingefordert? Wer hat es, wer nimmt es sich und wie spiegeln sich solche Strukturen und Prozesse in den jeweiligen städtischen Kontexten wider?

Beiträge, die sich mit diesen Fragen und Themen beschäftigen, sind in deutscher, portugiesischer und spanischer Sprache willkommen.

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