PRESSEAUSSENDUNG: Perspektiven – Das Epizentrum in der Lindengasse 60-62

PRESSEAUSSENDUNG 2.11.2011:
Betreff: Perspektiven – Das Epizentrum in der Lindengasse 60-62

Die Stimmung im Epizentrum ist trotz völlig unverständlicher Räumungsdrohung seitens der BUWOG weiterhin bestens, Aufbau und Renovierungstätigkeiten sowie das ständig wachsende Programm sind in
vollem Gange. Aufgrund des völlig unvorhersehbaren Verhaltens der BUWOG bleibt abzusehen, ob sie in Zukunft als zuverlässlicher Gesprächspartner gelten kann.

Sicherte der BUWOG-Pressesprecher Thomas Brey am Montag gegenüber Vienna-Online noch zu, dass „natürlich eine Gesprächsbasis“ gesucht werde, und man „die Situation gerne ohne Polizei lösen“ würde, kommunizierte die BUWOG das neue Ultimatum Mittwoch 18 Uhr ausschließlich über eine Presseaussendung.

Die „Einladung zu Verhandlungen zwecks Zwischennutzung“ wurde an eine falsche Email Adresse geschickt, ohne eine Antwort oder Bestätigung abzuwarten. Gerne hätten die Besetzer_innen an Gesprächen teilgenommen um sich konstruktiv einzubringen. Auf die Ankündigung der Besetzer_innen sich an den Stromkosten zu beteiligen und einen Termin für die Überprüfung der Stromleitungen durch die MA 25 zu vereinbaren, wurde nicht eingegangen. Inzwischen wurde der Strom ohne Vorankündigung im Auftrag der BUWOG abgedreht.

Die BUWOG verweigerte ihre Anwesenheit auch bei der eigens dafür organisierten Pressekonferenz am Montag, den 31.10.2011. Lediglich Jutta Kleedorfer, Projektkoordinatorin für Mehrfach- und Zwischennutzung der Stadt Wien, war ihren eigenen Aussagen nach „in Urlaub und privat“ anwesend.

Ursprünglich war von einer Zwischennutzung mindestens bis Ende des Jahres die Rede. Die seitens der BUWOG angekündigten Verhandlungen darüber und eine mögliche Vertragsunterzeichnung bedürfen ausreichend Zeit um Rechtsauskunft und -beratung einzuholen.

Die historischen Gebäude in der Lindengasse befanden sich bis vor kurzem in einer Schutzzone, erst nach dem Verkauf an die BUWOG attestierte die MA19 überraschend eine „nicht gegebene Schutzwürdigkeit“ (siehe untenstehenden Link Initiative Denkmalschutz).

Mittlerweile waren Sachbearbeiter der MA25 („Baupolizei“) vor Ort und bestätigten den guten Zustand des Hauses. Lediglich wenige kleinere Mängel an der Fassade sollten „mit einem Besen“ abgeklopft werden um potenziellen Verletzungen durch losen Putz vorzubeugen. Nach wie vor fürchten Statiker_innen und Architekt_innen berufliche Nachteile bei der Ausstellung von Gutachten aufgrund der dominanten Position der BUWOG am Immobilienmarkt. Sie bestätigten wiederholt den ausgezeichneten Zustand des Hauses und negierten eine mögliche Baufälligkeit.

Die Besetzer_innen möchten die Verwendung und Nutzung des Gebäudes für ein kulturelles und soziales Zentrum fortführen, und in möglicher Zusammenarbeit mit der nebenan liegenden Volkschule öffentlich zugängliche Grünflächen schaffen.

Eine Räumung zum jetzigen Zeitpunkt ist absolut nicht verantwortbar. Bereits jetzt ist das Epizentrum Treffpunkt für viele Menschen, jeden Tag findet eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch
relevanten Themen statt. Eine Volxküche, Werkstätten, Ateliers, Redaktions- und Medienräume, sowie eine Bibliothek entstehen. Die Freie Uni Wien fördert Wissensaustausch ohne Hierarchien und Verwertungszwang.
Viele weitere Projekte sind im Entstehen oder in Planung.

Es gibt uns, wir sind da, und wir bleiben alle!

Rückfragehinweis:
Epizentrum Wien
Lindengasse 60-62
1070 Wien
epizentrum@riseup.net
http://epizentrum.noblogs.org
Info-Telefon: 0681 83 72 49 72

Weiterführende Links:
Projekte im Entstehen:
http://epizentrum.noblogs.org/post/2011/11/02/projekte-im-entstehen/

Programm im Epizentrum:
http://epizentrum.noblogs.org/programm/

Stellungnahme der Initiative Denkmalschutz:
http://www.initiative-denkmalschutz.at/index.php/meldungen-nach-bundesland/meldungen-wien/47-wien7/252-id-stellungnahme-zum-entwurf-flaechenwidmungs-und-bebauungsplan-neubau-

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