Epizentrum von Räumung bedroht

31. Oktober 2011
11:00

Die Eigentümer des Hauses in der Lindengasse 60-62 haben ihre Meinung geändert. War anfangs noch von einer Duldung oder gar legalisierten Zwischennutzung bis zum endgültigen Abriss des Gebäudes die rede steht nun eine Räumung im Raum. In einen e-mail an die Besetzer*innen wurde geschrieben: „Am Montag, dem 31.10.2011, werden wir Nachschau halten und für den Fall der Nichträumung die uns geeignet scheinenden Maßnahmen ergreifen.“. Damit droht die BUWOG also ab Montag mit einer polizeilichen Räumung.
Von Seiten des Hauses wurde deswegen für Montag morgen zu einer Pressekonferenz geladen (um 11h) um Hintergründe zu beleuchten und Perspektiven aufzuzeigen (siehe Offener Brief an die BUWOG / Presseaussendung Epizentrum).

Interessant an dem Objekt
auch der Wunsch der Initiative Denkmalschutz das Gebäude Lindengasse 62 zu erhalten. Dem gegenüber steht natürlich auch den Gewinn den sich die BUWOG durch den Abriss und ein neues Bebauen wünscht. Von Seiten der Initiative Denkmalschutz wird in einer Stellungnahme im Jänner 2011 vorgeschlagen:

das Haus Lindengasse 62 (2geschoßiges Fabriksgebäude der Zwischenkriegszeit mit expressionistischen Giebeln über großen Fenstern; vgl. Dehio S. 305) in der Schutzzone zu belassen (aus nicht nachvollziehbaren Gründen attestiert die Magistratsabteilung 19 dem Objekt nun eine „nicht gegebene Schutzwürdigkeit“, vgl. Erläuterungsbericht S.6).

(http://www.initiative-denkmalschutz.at/index.php/meldungen-nach-bundesland/meldungen-wien/47-wien7/252-id-stellungnahme-zum-entwurf-flaechenwidmungs-und-bebauungsplan-neubau-
Der geschätzte Wert des aktuell besetzten Hauses liegt bei 150-200 Millionen Euro. Die 64 geplanten Eigentumswohnungen werden jedenfalls ihren Preis haben – zumal das zukünftige Gebäude ja in einen „kreativen“ Viertel liegt. Wohnungen die also optimal sein für Menschen die:

jung oder jung geblieben sind, mitten im Leben stehen, das städtische Freizeit-/Einkaufs- und Kulturangebot voll nutzen wollen und trotzdem einen ruhigen und angenehmen Rückzugsort zum Wohnen schätzen.

(http://www.buwog.at/projekte/7central-mehr-stadt-mehr-wohnung-mehr-leben

Eine Räumung der Lindengasse 60-62 wird also nicht nur die unmittelbare Zerstörung des soziokulturellen Epizentrums mit sich bringen – sondern auch einen weiteren Aufwertungsschritt im ohnehin schon Boboesken 7.Bezirk setzen.

Von „mehr Stadt, mehr Wohnung, mehr Leben“ kann bei solchen Aussichten einmal mehr nur geträumt werden. Ein Erhalt der Gebäude sowie ein verbleib des Epizentrum ist nötig und wichtig!

Haltet euch den Montag und die folgenden Tage bereit, seit solidarisch und überlegt euch kreative Aktionen im Falle einer Räumung.
– Es ist unsere Stadt & und wir haben ein Recht darauf in dieser gut zu Leben!

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