Stadterforschung 21 – Thema: Armut – 15.05.2011

15. Mai 2011
14:00

Stadterforschung zu Fuß durch den 1. Wiener Bezirk zu den Themen Armut, Armutsgefährdung und deren Ursachen, Auslösern und Auswirkungen.
Treffpunkt: Sonntag, 15. Mai 2011, 14 Uhr, Stephansplatz (neben dem Haupteingang des Stephansdoms Riesentor – 05), 1010 Wien.

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/

Etwas mehr als eine Million Menschen in Österreich gelten als zumindest „armutsgefährdet“. Fast 500.000 davon leben in manifester Armut. Dieses Achtel der Bevölkerung ist also allgegenwärtig und doch versteckt. Sie sichtbar zu machen, ist regelmäßig mit Voyeurismus und zusätzlicher Demütigung verbunden. Armutsgefährdung und ihre Ursachen nicht sichtbar zu machen, wiederum, ist gleichbedeutend mit Ignorieren, Negieren, Verdrängen.

Wir haben einen Weg gesucht, Armut, Armutsgefährdung und ihre Ursachen, Auslöser und Auswirkungen deutlich zu machen, ohne in demütigenden Voyeurismus zu verfallen. Anknüpfungspunkt ist jenes Wien, dass aus der historischen Verklärung als allgemein bekannt vorausgesetzt werden darf: Das historische Wien mit seinen Geschichten, Sagen und Bauten.

Die Stadt Wien war, wie jede Stadt, seit ihrer Entstehung ein Brennpunkt des Aufeinandertreffens sozialer Probleme und Konflikte. Zumindest 80% der Bevölkerung des mittelalterlichen Wiens – und das wird von der historisierenden Tourismuswerbung ausgeblendet – lebte in Armut, Abhängigkeit und Elend.

Die Stadterforschung „Armut“ nutzt den geographischen Raum des historischen Wien – die heute noblen Geschäfts- und Elitenviertel der Innenstadt – um die Klischees der historisierenden Wien-Seligkeit in ihre Bestandteile zu zerlegen und am Beispiel sagenumwobener und touristisch beworbener Sehenswürdigkeit die Konflikte der Gesellschaft erkennbar zu machen. Es gilt dabei, nicht nur die Konflikte des historischen Wien sichtbar zu machen, sondern auch die Aktualität der Probleme aufzuzeigen.

Die knapp zwei Stunden dauernde Erkundung berührt unter anderem folgende Orte und Themenbereiche:

Stephansplatz – Riesentor (Treffpunkt) – Armutsbilder
Basilisken-Haus – Zugang zu Infrastruktur als Voraussetzung sozialer Partizipation
Fleischmarkt/Hafnersteig – Gesundheit
Ruprechtskirche – Krise – Auslöser, fehlende Reaktionsfähigkeit, Krisenfolgen
Kohlmarkt – Gentrifizierung
Stock im Eisen – Prekarität, Prekarisierung
Kärnterstraße – Gesellschaftliche Optionen für Wege aus Armut, Unterdrückung, Abhängigkeit

Durch die Stadt führen Karl Öllinger und Lukas Wurz

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeine Infos, Termine abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.