Über Platz-da!?

Ist eine offene/partizipative Kampagne unterschiedlicher Initiativen, Gruppen und Personen mit dem Ziel die Themen Freiraum, Öffentlicher Raum, Leerstand, soziale Normierung und Gentrifizierung verstärkt in den Fokus der Stadtbevölkerung Wiens zu bringen.

Zum Blog: dieser ist ein Sammelbecken für Aktionen, Diskussionen, Berichte und Beiträgen Rund um die verschiedenen Themen der Kampagne.

mehr zur Entwicklung von Platz-da!? unter: http://platzda.blogsport.eu/platz-da-chronik/

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Angriff auf PizzariA

Artikel 26.04.2014 via https://linksunten.indymedia.org/de/node/111769:

Wiener Bullen drehen durch. Drei Menschen brutalst festgenommen. Grätzl wird belagert.
Verfasst von: pizza. Verfasst am: 26.04.2014 – 04:38. Geschehen am: Freitag, 25. April 2014. Kommentare: 1
Pizza bleibt!

Gestern, Freitag den 25. April, streiften zwei Kiwara gegen 20 Uhr durch die Mühlfeldgasse im Zweiten Wiener Gemeindebezirk. Kurz darauf wurden Menschen vor der Pizzeria Anarchia Opfer eines Angriffs der Bullen.

Wie so oft führten die unser Grätzl terrorisierenden Wiener Cops eine rassistische Kontrolle durch. Einige Menschen in der Pizza, die gerade an einem öffentlichen Workshop teilnahmen, entschlossen sich eine solidarische Intervention zu starten. Diese beschränkte sich auf Fragen nach dem Grund der Kontrolle (eine normale Kontrolle), Fordern der Dienstnummer (30967) und der Dokumentation via Fotos. Die kontrollierte Person wurde von der Polizei mitgenommen. Es wurde versucht durchzusetzen eine solidarische Person im Bullen-Auto mitfahren zu lassen bzw. den Namen des Postens zu erfahren, zu welchem die Person gebracht werden sollte.

Plötzlich sprinteten 4 Bullen aus unterschiedlichen Richtungen zur Situation hinzu. Bis dahin war eigentlich alles sehr ruhig. Kurz darauf kam ein weiteres Einsatzfahrzeug. Es wurde verweigert, dass eine Person im Auto mitfahren darf, jedoch wurde die Polizeistation genannt, in welche die kontrollierte Person gebracht werden sollte (Vorgartenstrasse). Als sich die Gruppe von dem Polizeiauto entfernte wurde sie plötzlich von hinten angegriffen. Währenddessen trafen laufend neue Einheiten ein. Es kam zu massivster Gewalt durch die Polizei. Pfefferspray, Tritte, Schläge mit Fäusten und Schlagstöcken, brutale Fixierung auf dem Boden. So brutal dass eine Person kurzzeitig ohnmächtig wurde. Krankenwägen wurden angefordert. Die Sanitäter behandelten zunächst nur die Bullen, welche sich gegenseitig gepfeffert hatten. Zu der ohnmächtigen Person und den anderen verletzten Personen wurden sie von den Bullen nicht durchgelassen. Währenddessen wurden die wehrlosen Personen weiterhin misshandelt. Einzelne solidarische Personen versuchten direkt zu helfen. Die Strassen rund um die Pizzeria waren binnen Minuten mit Wannen und Streifenwägen gepflastert, WEGA* und Hundestaffel trafen ein. Eine Erstürmung der Pizzeria Anarchia schien möglich. Die drei fixierten Menschen wurden abtransportiert.

Unser Viertel in der Nähe des Pratersterns wird seit Tagen von Bullen belagert. Rassistische Kontrollen sind alltäglich. Es reicht nicht mehr zu sagen, “Bullen verpisst euch aus unserem Viertel!”. Wir müssen uns organisieren!

Wir halten eine geplante Eskalation für möglich. Dies kann in anbetracht des näher rückenden Räumungstermins am 02.06 auch als Machtdemonstration geshen werden. Ohnehin dreht die Polizei in Wien seit Monaten völlig frei und kennt kein Halten mehr.

Dies bestätigte sich erneut, als einige solidarische Personen zu der Wache gefahren waren, um Informationen über die Verhafteten einzuholen. Zunächst wurde jede Auskunft verweigert. Nach etwa einer Stunde des Wartens erschienen etwa 20 WEGA Bullen, die die solidarische Gruppe entfernen wollten und diese damit bedrohten, in Haft genommen zu werden, da klar wäre, aus welchem Umfeld sie kämen. Es ist festzuhalten, dass sich die Menschen lediglich ruhig auf dem Gehsteig vor der Polizeistation aufgehalten hatten. Hierbei wurden das erste Mal vage Informationen über die Festgenommenen in Erfahrung gebracht. Im weiteren Verlauf wurde jede Auskunft verweigert. Bis zum jetztigen Zeitpunkt konnte nicht geklärt werden, wohin die Gefangenen verschleppt wurden. Die Gruppe verliess angesichts des sich aufbäumenden Polizeiapparates das Areal, wurde aber zwei Strassenkreuzungen entfernt wiederum gestoppt. Hierbei wurde ohne Begründung eine Person kontrolliert. Die Person wurde nach der Personalienabfrage wieder gehen gelassen. Dieser Einschüchterungsversuch zeigt erneut, dass sich diese Schlägerbande immer wieder klar außerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegt, auf den sie sich beruft. Die schleichende Normalisierung von Polizeigewalt wollen wir nicht mehr hinnehmen.

Danke an alle solidarischen Personen. Auch an jene, die nicht direkt vorbei kommen konnten. Wir haben gehört, dass unsere SMS für manche uneindeutig war. Wir werden uns bemühen noch klarer zu kommunizieren. Bitte nehmt unsere Hilferufe ernst, wir werden diese, wie bisher, nur in Extremsituationen absetzen.

Wir gehen davon aus, dass die Kontrollen zunehmen werden. Wir brauchen noch mehr Unterstützung. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Kommt sonntags in die Pizzeria, checkt unseren Blog, bildet Telefonketten. Pizza bleibt. Jetzt erst recht.

Freiheit für unsere drei Freund_Innen! Freiheit für Josef! Feuer und Flamme der Repression!

Pizzeria anarchiA

Mühlfeldgasse12, 1020 Mazzes, Vienna

pizzaction.noblogs.org – pizza.noblogs.org

Themen:
Repression
Freiräume & Wohnungsnot
Antirassismus & Migration

Regionen:
Österreich
A-Osten

Orte:
Wien

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Am Abend des 25.04. gab es vor der Pizzeri Anarchia einen massiven Polizeiübergriff. Auslöser war laut https://twitter.com/maoamjetzt eine rassistische Polizeikontrolle (die gibt es in Wien ja bekanntermaßen öfters) und die solidarische Intervention von Leuten die das mitbekommen haben. Auf Nachfragen nach der Dienstnummer wussten die Polizisten sich scheinbar nicht besser zu Helfen als massiv gewalttätig zu werden. Im weiteren Verlauf wurden bis zu vier (?) Personen festgenommen, zumindest über drei Personen gibt es die Information (vorallem via twitter und sms) das sie noch im PAZ (PolizeianhalteZentrumRossauerlände) angehalten werden. Was genau ihnen vorgeworfen wird ist bis jetzt unklar (eventuell Widerstand gegen die Staatsgewalt? sowie weiter Vorwürfe?). Die Information das es sich bei den Verhafteten Personen um Refugee Aktivisten handelt konnte bis jetzt nicht bestätigt werden.
Die PizzA freut sich über Support (Leute die Vorbeikommen um zu Übernachten sollte es direkt zu einen Angriff kommen?) um 21h fand dort ebenso ein Notfalltreffen statt, ebenso wurde zumindest mit stand Mitternacht dazu aufgerufen zur Rossauerlände zu Kommen.

Auf Indymedia-linksunten gibt es einen Artikel (mehr Kommentare und Ergänzungen): https://linksunten.indymedia.org/de/node/111731

laut twitter gibt es seit ca. 20h10 einen Massiven Polizei an/übergriff auf die Pizzaria in Wien.
infos auf #pizza2504 #pizzableibt bzw. über @maoamjetzt

2127 bei den Festgenommen Personen soll es sich angeblich um illegalisierte Refugees handeln

2102 via @Brand_Saetze Entwarnung bei #Pizzeria, Bullerei wieder weg, keine Räumungsgefahr. kein Sinn, hinzufahren. #pizza2504 #pizzableibt

Mahriah ‏@Mahriah 2 Min. (20h56)
Die Polizei hat wohl 4 Leute aus der Pizzeria Anarchia mitgenommen, Notfallmeeting ab 21:00 in der Mühlfeldgasse 12! #pizzableibt #wien

maoam ‏@maoamjetzt 24 Min.
plz spread pizzeria anarchia is under attack! police totally crazy! emergency meeting starting 21h at pizzeria plz spread
Details

maoam ‏@maoamjetzt 28 Min.
plz rt und auch sms! bullen drehen durch bei Pizzeria Anarchia!
Details

maoam ‏@maoamjetzt 29 Min.
Bullen drehen durch bie Pizzeria Anarchia! Ein Mensch bewusstlos, pfeffer schläge! alles! herkommen!

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MAYDAY – Alles für Alle – und was hat das mit Recht auf Stadt zu tun?

1. Mai 2014
13:00

MAYDAY – 1.Mai 13h Wien Columbusplatz, 1100 Wien;

more Infos under -> http://mayday-wien.org

PREKÄR! Was ist das?
Bedeutungen:
[1] widerruflich, unsicher
[2] heikel, schwierig, problematisch

Beispiele:
[1] Das Beschäftigungsverhältnis als Leiharbeiter ist prekär.
[1] Das Prekäre an der aktuellen gesellschaftlichen Situation ist, dass die Lebens- verhältnisse instabil sind und sich jederzeit ändern können.
[2] Die Situation ist prekär.

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] prekärer Friede, Waffenstillstand, prekäres Arbeitsverhältnis, Beschäftigungsverhältnis
[2] prekäre (finanzielle, wirtschaftliche) Lage, Situation

Wer profitiert von Entsolidarisierung und Verdrängung von Obdachlosen, Bettler*Innen, Sexarbeiter*Innen?

Wie war das nochmal mit der Sperrzone und Rechtsaußenstehenden, die in der Hofburg feiern?
Warum ist Josef weiterhin in Untersuchungshaft?

Hackeln bis zum Umfallen, Schikanierung beim AMS, Billiglöhne, soll’s das gewesen sein?

deutsch englisch – PDF download
deutsch türkisch – PDF download

MAYDAY MAYDAY!!
ALLES FÜR ALLE!
…und wie war das mit Recht auf Stadt?

Am 1.Mai findet wieder die europaweite Mayday-Parade statt – die (im Gegensatz zum alteingesessenen Feiern des “Tags der Arbeit”) auf lebhafte und kollektive Weise
PREKARISIERUNG UND IHRE GESICHTER thematisieren will. Prekarisierung bedeutet der Wandel von rechtlich und sozial abgesicherten Lebens- und Arbeitsverhältnissen hin zu unsicheren, weil widerruflichen oder nicht anerkannten bis zu ausbeutenden Tätigkeiten.
Weiters meint Prekarisierung auch – als Folge von gesellschaftlicher, (staats)politischer, wirtschaftlicher Normierung und ihrer Be- bzw. Verwertungslogik – die Unsichtbar-Machung von Menschen. Jener Menschen, die keine Privilegien nutzen können, die nicht an der Spitze des Patriarchats (= Bevorzugung, Dominanz, Herrschaft des “Männlichen”) stehen, die nicht dem erwarteten Geschlecht, der erwarteten Herkunft bzw. Hautfarbe oder der erwarteten Familien- oder Wohnform entsprechen (wollen).
Ja, es geht um viele Äußerlichkeiten, Papiere, Körper, Bildung, Rechte, Eigentum, Produktionskraft und -mittel und den Zugang dazu. Ganze Lebensentwürfe und -formen werden im Namen von Wirtschaftssystem, repressiven (Staats-)Mechanismen, (auch ungeschriebenen) Reglementierungen/ Gesetzen und (biologistisch argumentierender) hierarchischer Gesellschafts- Ordnung zum “Anderen” erklärt und der Verdrängung ausgesetzt! Prekäre Lebens- und Arbeitssituationen stehen oft im
Zusammenhang miteinander und bewegen sich zwischen Armut, Diskriminierung, Ausgrenzung und (scheinbarer) Machtlosigkeit.
Doch Prekarisierung ist bekämpfbar und wir wollen Impulse der Selbstbestimmung, Selbstorganisierung, Selbstverwaltung und Veränderung setzen, denn NICHTS MUSS SO BLEIBEN WIE ES IST!

Warum ALLES FÜR ALLE?
Alles für Alle war eine zentrale Forderung des zapatistischen Aufstandes in Mexiko gegen die kapitalistisch-neoliberalen Zustände (Stichwort: Privatisierung, Selbstregulierung, Globalisierung des Marktes), der auch vielfältige, nicht zu vereinheitlichende soziale Bewegungen angestoßen hat. Alles für Alle fordert ein, was uns zusteht, nämlich das gute Leben – in dem wir nicht die ganze Zeit mit der Erfüllung grundlegendster menschlicher Bedürfnisse nach Wohnen, Nahrung etc. durch Lohnarbeit beschäftigt sind und ansonsten brav konsumieren dürfen, wenn wir es (uns) denn überhaupt (leisten) können. Wir nehmen uns den Platz, den wir brauchen und wählen dafür selbst geeignete Mittel zur Gestaltung unserer Lebens, unserer Stadt – denn niemand sonst kann das für uns tun!

Alles für Alle rüttelt an den bestehenden Machtverhältnissen und bleibt nach wie vor ein zentrales strategisches Ziel, gerade dann, wenn die kapitalistische Realität in eine ganz andere Richtung weist: in die, der immer aggressiver werdenden Umverteilung von unten nach oben, einer fortgesetzten Entwertung jeglicher Arbeit, unseres Wissens und unseres Könnens.

Der CARE-STREIK
thematisiert oft als selbstverständlich gesehene (51% davon unbezahlte) Reproduktionsarbeit wie Haushaltsarbeit, Betreuung von Kindern, Pflege von Familienmitgliedern oder auch anderen Personen, die meist von Frauen* durchgeführt wird. Genauso geht es um Beziehungsarbeit, Sorge, Umsicht, Sich-Kümmern, Empathie, Aufmerksamkeit und Vereins-, Freiwilligen- und Solidaritätsarbeit, die nicht nur zur Unterstützung von Partner*Innen/Familie, sondern auch einer Gemeinschaft oder eines Netzwerks dienen. Beispiele sind Volxküchen, Commons/ Allmende (=gemeinschaftlich organisierte Landwirtschaft), Netzwerkarbeit
bei großen Bewegungen wie Occupy, Tahrir- Platz, Gezi-Park. In dieser Hinsicht geht Care über die Reproduktion hinaus, wirkt organisierend, konstituierend, schafft neue solidarische Formen. Wir müssen auch realisieren (wie es Aktivistinnen* schon in den 70ern in Dänemark oder Irland aktionistisch umgesetzt haben) welches Machtpotential in der Care-Arbeit steckt: wenn in diesem Bereich gestreikt wird, diese Arbeit nicht mehr gemacht wird, bricht die Ökonomie zusammen!
Das heißt beim Care-Streik geht es vor allem um Thematisierung und Politisierung – raus aus der Selbstverständlichkeit, treten wir in Aktion!!

Das RECHT AUF STADT
beschränkt sich nicht nur auf bestimmte Nutzungen urbaner Räume, sondern verlangt den Zugang zu politischen Debatten über zukünftige Entwicklungen.
Hierbei geht es nicht um individuelle, sondern kollektive Rechte wie leistbaren Wohnraum, nichtkommerzielle Freiräume, die Vergesellschaftung von Immobilien, eine
ökologische Stadtplanung, die mitgestalten und mitbestimmen lässt, verschiedene Wohnformen (wie z.B. auch Wagenplätze) und natürlich auch die Erhaltung bzw.
Wiederherstellung öffentlicher Grünflächen.
Gentrifizierung spielt dabei eine große Rolle – diese forciert eine Abwanderung ärmerer und den Zuzug wohlhabenderer Leute durch struktur-verändernde Gestaltung von Stadtvierteln. Was hipper ist, muss auch teurer sein! Und immer mehr Menschen werden aus ihren Wohnungen hinausgeekelt oder zwangsgeräumt.
Immobilienbesitzer*Innen, Stadtplanung, Wirtschaft und Politik wollen sich in ihre Geschäfte natürlich möglichst wenig dreinreden lassen, schließlich geht es ja um
viel. Nämlich um Geld und Prestige!
Doch die Öffentlichkeit sind wir ALLE und das Recht auf Stadt ist unsere politische Forderung: Die Stadt wächst mit uns!

Wir nehmen die Umstände nicht als gegeben hin und fordern euch auf, euch kreativ und konstruktiv zu beteiligen! Verschiedene Beiträge unterschiedlicher Gruppen und
Kollektive sollen unsichtbare Prekarisierung, Verdrängung und Repression aufzeigen und zum Handeln anregen. Seid kritisch, laut, tanzt und lacht, denn Emanzipation ist keine Sache der Willensanstrengung alleine und Prekarisierung keine dauerhafte Konstante!

-> Gegen Repression und Kriminalisierung selbstorganisierter Gruppen und Protest- Bewegungen!
-> Bewegungsfreiheit für Alle Personen, weltweit!
-> Für ein Einkommen zum Auskommen, unabhängig der Lohnarbeit!
-> Für die Stärkung der Care-Arbeit(enden)!
-> Für das Recht auf Stadt und die Anerkennung selbstorganisierter Wohnformen!
-> Für ein selbstbestimmtes Leben!
ALLES FÜR ALLE!

MAYDAY MAYDAY!
EVERYTHING FOR EVERYONE!
On May 1st the 8th pan-European Mayday-Parade is going to take place. Contrary to the traditional notion of celebrating the “Labour Day”, our aim is to address precarity marginalisation and their appearances. Precarity means that legal and social working and living conditions change from being safe to being unsafe and the conditions become increasingly unstable or even exploitative. These conditions are mostly invisible or go unnoticed because of political, economic and
social norms and standards. Precarity concerns patriarchy (Patriarchy = social structure in which authority is primarily exercised by males). It concerns those who have the “wrong” skincolour, the “wrong” gender etc. or those who don’t want to live in standard family or housing conditions. Those affected are mostly
not oppressed by only one of the factors mentioned above. A combination of those factors often leads to powerlessness, helplessness and poverty.
It is possible to fight those conditions and to fight patriarchy! We want to release a pulse for self-empowerment, autonomy and change!
Because THINGS CAN CHANGE!

So why EVERYTHING FOR EVERYONE?
“Everything for everyone” was a main postulation of the Zapatista-movement in Mexico against neoliberal capitalism. This movement has since then become a role
model for a wide range of social movements all over the world.

Everything for everyone demands a good life for everybody; a life in which it’s not necessary to spend all energy on satisfying one’s basic needs by wage labour. Now, if in the end there’s money and time left, people are supposed to spend it on consumer goods.
We are going to claim the space we need and want! Who else is going to do it for us? It is necessary to act now because the economic and social reality is moving more and more towards an unacceptable degree of disparity.

What is CARE-WORK (-strike?)?
Care-Work means reproductive work including chores, childcare, nursing care – these tasks are mostly taken on by women and are usually unpaid. But also voluntary, association work and basic social responsibilities such as empathetic and caring behaviour in general, can be a part of Care-Work. In social communities and political movements “care” outgrows it’s reproductive character and becomes a necessary and constructive power like in Occupy, Tahrir Place, Gezi Park, commons, food sharing etc.
It is necessary to realize, how important and powerful Care-Work is! Strikes in the caresector could lead to the collapse of the economic system (as shown by activists in the 70s in Ireland and Denmark). Let’s not take Care-Work for granted – take part in the protest!

The RIGHT TO THE CITY
…is not only the usage of urban space, but also the possibility of taking part in political discussions about future developments.
It’s about a right for everybody, a right to affordable living space and open public space, about public ownership of real estate and the right to choose a non-common kind of living (like living in trucks). Gentrification is a key word: planned, structural changes lead to raising cost of living, leaving non-wealthy
people increasingly marginalised. Other common phenomena are eviction or more subtle forms of pressure to get rid of those who are considered unwanted.
Real estate owners, urban planners, politicians and economists are not willing to give up their dominance – because it’s about money and prestige.
The city is a space for every single one of us – we have a right to take part in decision making processes! The city grows with us!

We’re not going to accept the current situation!
Take part in demonstrations, Care-Work Strike and all kinds of critical actions! During the Mayday-Parade groups and collectives are going to point out different forms of hidden casualisation, marginalisation and repression.
We want to inform people and encourage everybody to take action!
Because THINGS CAN CHANGE!

-> Against repression! Against the criminalisation of political protest!
-> Freedom of movement for everybody – worldwide!
-> For a social income that allows for a good life – without the pressure of wage labour!
-> For stronger recognition of Care-Work!
-> For the right to the city and the recognition of uncommon kinds of dwelling!
-> For an autonomous life!
EVERYTHING FOR EVERYONE!

MAYDAY MAYDAY!! HERŞEY HERKES İÇİN!
…Şehirde özgür yaşam hakkı mı demiştik?

Bu sene de 1 Mayıs tarihinde Avrupa çapında Mayday (1 Mayıs) yürüyüşleri ve gösterileri düzenleniyor. Geçmişte işçi bayramı olarak kutlanan bu özel günde artık kolektif ve canlı bir şekilde halkın egemen güçlerce PREKARYALAŞTIRILMASINI (sosyal anlamda güvencesizleştirilmesini) ve bu sürecin dinamiklerini konu edinmekteyiz.

Prekaryalaştırma, hukuki ve sosyal yönden güvenceli yaşam ve çalışma şartlarından giderek her an işten çıkartma ihtimaliyle baş başa, hukuk sisteminin dışına itilmiş, sömürü temelli ve güvencesiz koşullara gidişi ifade eden bir kavramdır. Prekaryalaştırma, aynı zamanda toplumsal, ekonomik ve siyasi koşulların dayattığı bir iklimde insanların değersizleştirilmesi ve hatta görünmezleştirilmesi sürecini ifade eder. Tabii burada ataerkil iktidar yapısının tepesinde bulunmayan, avantajlı cinsiyet, köken, ten rengi veya ailevi koşullara sahip olmayan, kısacası sistemin köşe başlarında bulunmayan ya da bulunmak istemeyen insanlardan bahsediyoruz.
Bu bağlamda beden, dış görünüş, eğitim, haklar, vatandaşlık, oturma ve çalışma izinleri, mülkiyet, iş gücü, üretim araçları ve bunlara erişim gibi kavramlar da son derece önemli yer tutuyorlar. Ekonomik düzen, baskıcı devlet mekanizmaları, yasalar, örf ve adetlerin dayattığı etnik hiyerarşi temelli toplumsal düzen, farklı yaşam biçimlerini ötekileştirmekle kalmayıp eritmeyi hedef edinmiş durumda. Bizlere dayatılan güvencesiz yaşam ve çalışma koşulları, fakirlik, ayrımcılığa uğrama ve dışlanma gibi sonuçlar doğurmakta ve muhataplarını kesif bir çaresizliğe itmektedir. Oysa prekaryalaştırma pratiği karşısında mücadele edilebilir ve edilmelidir de. Buna karşı biz halkın kendi kendisini örgütlediği ve yönettiği, özerk bir yapı ile değişimi öneriyoruz. Çünkü HİÇBİR ŞEY OLDUĞU ŞEKİLDE KALMAK ZORUNDA DEĞİL!

Neden HERKES İÇİN HERŞEY?
„Herkes için herşey!“ bundan 20 yıl önce Meksika’da yaşanan Zapatista Ayaklanması’nın ana talebiydi. Kapitalist-neoliberal politikalara (özelleştirmeler, küreselleşme, serbest pazarın her türlü denetimden çıkması gibi) tepki olarak doğan bu hareket, zaman içinde çok farklı toplumsal hareketlere de ilham kaynağı olmuştu. „Herkes için herşey“ felsefesi, „iyi bir yaşamın“ hepimizin hakkı olduğundan hareket ediyor. Buna göre, tüm zamanımızı barınma hakkı veya beslenme gibi en temel insani taleplerimizi karşılayabilmek için adeta birer köle gibi kapitalist sistemi beslemekle geçirmek, kalan zamanlarımızda da imkanlarımız dahilinde uslu bir şekilde bize sunulan ürünleri tüketmek bize göre „iyi bir yaşam“ değil. Aksine, biz ihtiyacımız olan alanları almayı, kendi hayatımıza, yaşadığımız ortama kendimiz biçim vermeyi benimsiyoruz. Zira biliyoruz ki, biz harekete geçmezsek bunları bize kimse altın tepside sunmayacak.

Herkes için herşey, günümüzde hüküm süren iktidar ve tahakküm ilişkilerini kökünden sarsmayı amaçlayan bizlerin temel stratejik hedefidir. Tam da kapitalist sistemin gerçekliği ters yönde bir gelişim gösterirken, ekonomik eşitsizlik daha da derinleşir, işgücümüz, becerilerimiz ve eğitimimiz günden güne değersizleşirken, bu talebi ortaya koymak her zamankinden daha da gereklidir.

„CARE“ GREVİ
Bu insiyatif genellikle kadınlar tarafından üstlenilen ev işleri, çocukların ya da diğer aile bireylerinin bakımı gibi adeta mecburi görülen ve çoğunlukla ücretlendirilmeyen faaliyetleri konu edinmektedir. Tabii bu faaliyetler ilişkiler için sarf edilen emekten gönüllü sosyal faaliyetlere, „öteki“ ile kurulan empatiden çevre için gösterilen özene, karşılıklı saygıdan dayanışma eylemlerine kadar geniş bir çerçevede ele alınmalıdır ve yalnızca partner ya da aileye verilen desteğe değil, bir grup veya topluluk için harcanan emeğe de işaret eder. Örnek olarak halk mutfakları (Volxküchen) ve ortak kullanıma açık tarım arazileri (Commons/Allmende) oluşturmak, Occupy, Tahrir veya Gezi ayaklanmaları arasında iletişim ağları kurmak gibi faaliyetler sayılabilir. Bu anlamda Care hareketi var olanın tekrarından çok, yeni organize olma ve dayanışma biçimleri üretmeyi amaçlar. 1970li yıllarda Danimarka veya İrlanda’daki aktivistlerin bu yöndeki çabaları bize Care hareketinin potansiyel gücünü göstermiştir. Ev işleri, aile bakımı gibi alanlarda greve gidildiği, bu işlerin ücretsiz yapılmasının reddedildiği bir ortamda kapitalist ekonomik sistemin de yaşama şansı kalmayacaktır. „Care“ grevi hareketinin amacı tüm bu konuları gündeme taşımak, siyasi dizgeye sokmak ve kendiliğinden yapıldığı sanılan bu işlerin değerini ortaya koymaktır. Haydi eyleme!

ŞEHİR HAKKI (Das RECHT AUF STADT)
Bu insiyatif ise kentsel alanların belirli kullanım amaçlarına açılmasının yanı sıra gelecekte kentlerde gerçekleşecek değişimler hakkında yapılacak siyasi tartışmalar ve karar aşamalarında yer almayı da talep etmektedir. Burada konu ettiğimiz haklar bireysel değil, kolektif haklardır. Birkaç örnek vermek gerekirse, makul kira miktarları, ticaretten arındırılmış özgür alanlar, emlak bürolarının kamulaştırılması (kamu eşittir halk), önceliğini ekoloji olarak belirleyen ve halkın karar mekanizmalarına katılabileceği bir şehir planlama anlayışı, farklı barınma şekillerinin desteklenmesi (örneğin karavan ve kamplar) ve tabii ki yeşil alanların korunarak daha da genişletilmesi gibi somut talepler ortaya koymaktayız. Bu noktada „kentsel dönüşüm“ ve „soylulaştırma“ kavramlarına özellikle vurgu yapmak gerekir. Zira sıkça kullanılan bu kavramlar aslen şehirlerimizde belli bölgelerde düşük gelirli insanların yaşadıkları yerleri terk etmeye zorlanarak bu bölgelerin „elden geçirilmesini“ takiben, yüksek gelir gruplarından insanlara pazarlanmasını ifade eder. Bu yeni „cazibe merkezlerinde“ doğal olarak emlak fiyatları da, kiralar da yok yere pahalılaşır. Olan da yaşadıkları bölgelerden adeta sürülen insanlara olur. Gayrımenkul sahipleri, emlak şirketleri, şehir planlamacıları, iş dünyası ve de siyasetin bu konulardaki karar mekanizmalarına sivil insiyatifleri ve dolayısıyla halkı katmak konusunda gönülsüz oldukları açıktır. Zira işin ucunda çok para ve büyük prestij söz konusudur. Ancak biz, HEPİMİZ kamuoyunun oluşturan insanlar olarak şehir hakkımızı istiyoruz! Zira şehirler bizim varlığımızla anlam kazanırlar.

Halihazırdaki durumu ve şartları kabullenmiyor, herkesi şehir ve yaşama hakkına yapıcı ve yaratıcı bir şekilde sahip çıkmaya davet ediyoruz! Çeşitli grup ve kolektiflerin katkıları, prekaryalaştırma (güvencesizleştirme), ötekileştirme ve baskı gibi iktidar pratiklerini daha da görünür kılmaya ve insanları bu konuda harekete geçmeye teşvik edecektir. Eleştirel olun, hakkınızı yüksek sesle arayın, dans edin ve gülün! Çünkü özgürlüğe ve eşitliğe giden yola yalnızca arzu ve irade sayesinde çıkamazsınız. Prekaryalaşma değişmez ve çıkışı olmayan bir durum değildir!

-> Direniş hareketleri ve otonom grupların kriminalize edilmesi, iktidar baskısına uğramasına karşı!
-> Tüm dünyada herkesin dolaşım derbestliği için!
-> Maaşlı köleliğin yerine adil bir gelir dağılımı için!
-> Care işçilerinin desteklenmesi için!
-> Şehir ve yaşam alanlarımızın kaderini kendimiz tayin edebilmek ve otonom barınma haklarının tanınmasını sağlamak için!
-> Hayatlarımızı kendi irademizle belirleyebilmek için!
HERŞEY HERKES İÇİN!

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Amerlinghaus soll zerschlagen werden!

17. April 2014
13:00
22. April 2014
18:00
23. April 2014
16:00

An die Hausgruppen, Freund_innen und Unterstützer_innen:

Die Zeit bis zur Gemeinderatssitzung am 29. April, wo die 60%ige Kürzung beschlossen werden soll wird knapp! Wir müssen alle Kräfte mobilisieren, um die Zerschlagung des Kulturzentrums zu verhindern!

Die aktuellen Infos zu den nächsten Aktionen:

Do. 17. April 13:00 Aktionstag
Treffpunkt (Zeit geändert!!) 13:00 Uhr Amerlinghaus
Prozession zum Friedrich-Schmidt-Platz (hinterm Rathaus)
13:30: Subventionssuche am Friedrich-Schmidt-Platz
Wenn die MA 13 nicht ins Kulturzentrum im Amerlinghaus kommt, kommt das Kulturzentrum zur MA13 …

Kurzfristig wurde uns mitgeteilt, dass der geplante Gesprächstermin mit der Leiterin der MA13 um 15:00 zwar stattfindet, allerdings nicht im Amerlinghaus, stattdessen wurden wir in die MA13 geladen.

Deshalb werden wir geschlossen vom Amerlinghaus zum Friedrich-Schmidt-Platz vor die MA13 gehen.

KOMMT ALLE! Bereitet Redebeiträge, kreative Statements, aktionistische Interventionen vor. Jede Gruppe plant eine Aktion!

Wir begeben uns auf eine Subventionssuche in großem Stil.

Mi 23. April 16:00 am Augartenspitz
Kundgebung/Ausgangspunkt für Stadtentwicklungsspaziergang zum Odeon
Stadtplanung – nicht ohne uns!
Wir lassen uns nicht unsichtbar machen, nicht ausschließen, verdrängen, räumen oder aushungern!

Für das Recht auf Stadt! Die Stadt sind wir alle!
Um 18:00
Wir besuchen den „BürgerInnendialog „WIEN WOHIN? Stadt entwickeln“ mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Anmelden ist günstig: http://www.wien2025anmeldung.at/

Hinweis: am Di 22. April ab 18:00 im Amerlinghaus
Veranstaltung zu Recht auf Stadt, sozialer Verdrängung, öffentlicher Raum im Rahmen von Pizza bleibt- Squat the World – Aktionstage

Beteiligt euch zahlreich. Wir müssen möglichst rasch Druck aufbauen und breitenwirksam werden, und zwar noch vor der Gemeinderatssitzung am 29. April, bei der die um 60% gekürzte Subvention beschlossen werden soll.

Was jede Gruppe tun kann und soll:
- Infos möglichst breit weiterverbreiten. Nutzt eure Kontakte, Internetseiten, öffentlichen Medien u.ä. Eigene kreative / lästige Interventionen jeglicher Art sind willkommen
- Plakate und Flyer müssen verteilt werden
- Weiter Protestmails an die Verantwortlichen schicken
- Öffentlichkeit schaffen, Pressearbeit vorantreiben, Medieninteresse wecken.

Vorlage zu Flyern & Plakaten, Protestmails, Termine, Infos & unsere Stellungnahmen & Texte findet ihr auf
www.amerlinghaus.at (www.amerlinghaus.at/sites/Materialien.htm)

Weitere Infos folgen

mit solidarischen Grüßen
Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus

Stiftg. 8 A-1070 Wien

Tel.: 01 523 64 75 amerlinghaus@inode.at
www.amerlinghaus.at

Wir sind erreichbar:
werktags Montag 16:00 – 22:00; werktags Di – Fr 14:00 – 22:00

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DEMONSTRATION 21.03.2014 “Jetzt hauen wir gemeinsam auf den Putz”! (PizzeriA/Gänseblümchen)

21. März 2014
13:00


Freiräume sind bedroht! Die Pizzeria Anarchia steht kurz vor der Räumung, die Wagentruppe Treibstoff und der Wagenplatz Gänseblümchen sind bedroht. Deshalb rufen wir zu einer gemeinsamen Demo für den Erhalt von selbverwalteten Räumen und Plätzen auf.

Treffpunkt: Friedrich-Schmidt-Platz (Rathaus)

Zeitpunkt: 13:00 – 15:00 Kundgebung (mit Volxküche)
15:00 Demobeginn

Pizzeria Anarchia
Wagentruppe Treibstoff
Wagengruppe Gänseblümchen
bleiben!

Wir bleiben alle!

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Fight repression! Drohende Räumung von Schlafquartieren auf der Donauinsel

18. März 2014
08:00

[Wien] Fight repression! Drohende Räumung von Schlafquartieren auf der Donauinsel
Verfasst von: Antifaschistische Aktion Transdanubien. Verfasst am: 16.03.2014 – 22:13.
via: https://linksunten.indymedia.org/de/node/108566

Gerüchten zufolge werden kommenden Dienstag, den 18.03.2014, um 9 Uhr Schlafquartiere von wohnungslosen Menschen auf der Donauinsel in Wien polizeilich geräumt. Bereits im Herbst 2013 wurden aus dem Wiener Stadtpark mehrere Wohnungslose vertrieben. Im Zuge dessen kam es auch zu teils hohen Geldstrafen, die mit der Wiener Kampierverordnung begründet wurden. Die Verdrängung von Menschen aus dem öffentlichen Raum, die ohnehin schon unter prekären Bedingungen leben, spiegelt den immer absurder werdenden Umgang mit all jenen Menschen wider, die der kapitalistischen Verwertungslogik nicht Folge leisten wollen/können/dürfen.

Damit dieser massive Repressionsakt nicht ungestört von Statten gehen kann:

Treffpunkt Dienstag, 18.3.14
8 Uhr morgens
U2-Station Donaustadtbrücke
(Ausgang Richtung Donau)

Die Quartiere befinden sich in der Nähe der Steinspornbrücke und sind mit dem Fahrrad in ca. 15 Minuten vom Treffpunkt aus zu erreichen (zu Fuß dauert es dementsprechend länger, daher bitte wenn möglich ein Fahrrad mitnehmen).

Gegen Staat, Nation und Kapitalismus!
Gegen den beschissenen Normalzustand!

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Ein Leitfaden für solidarisches Kartieren

Einleitung

Kartieren, mappen, Karten machen. Das übt auch in solidarischen und emanzipativen Zusammenhängen eine Faszination aus. Eine Karte als Werkzeug, um sich Überblick zu verschaffen, um die Verbreitung von Ideen zu zeigen oder Bedrohungen, Konflikte, Potenziale aufzuzeigen. Das Verhältnis zwischen Kartierungs-Begeisterten und den “gemappten” Initiativen und Ressourcen ist dabei ganz unterschiedlich ausgeprägt, nicht jede*r will auf einer Karte abgebildet sein und nicht immer wird die eigene Sicht auf die Verhältnisse von den vermeintlichen Mitstreiter*innen auch geteilt.

Dieser Leitfaden soll als Anregung dienen, sich mit möglichen Problemfeldern in Kartierungsprojekten und ihrem Verhältnis zum Umfeld sensibel auseinanderzusetzen. Er kann als Grundlage dienen, eine Auseinandersetzung zu führen, sensible und schwierige Themen zu benennen und gegebenenfalls im Ergebnis mit abzubilden.

Die Anregungen im Leitfaden können und sollen keine “Vorschriften” sein. Initiativen entscheiden autonom über ihre Kartierungspraxis. Wer sich mit dem Leitfaden assoziiert, dokumentiert damit, sich mit den hier angesprochenen Themen im Rahmen des Projekts auseinanderzusetzen und diesen Prozess in die Kartierungsarbeit einzubringen – wie immer die angesprochenen Themen, Ansprüche und Konfliktfelder dann im einzelnen gelöst oder bearbeitet werden. Schön wäre in jedem Fall eine Dokumentation dieses Prozesses, die die Gründe für getroffene Entscheidungen skizziert und für Außenstehende nachvollziehbar macht.

Die Gedankensammlung zu den Ansätzen und Fragestellungen des Leitfadens entstanden in einem Workshop im Rahmen des Solidarökonomie Kongresses in Wien 2013, den Menschen aus dem Umfeld von Platz-da!? [http://platzda.blogsport.eu/] und Vivir Bien [http://vivirbien.mediavirus.org/] gemeinsam organisierten.

Die Motivation für den Workshop waren Erfahrungen aus Kartierungsprojekten, die Konflikt- und Spannungsfelder offengelegt haben und auf allgemeine Fragen verwiesen, die es wünschenswert gemacht haben, ganz bewusst Kartierte und Kartierende zusammenzuführen, um Wege für einen sinnvollen Umgang mit diesen Problemfeldern auszuloten. Die Texte zu den 3 Themen, die sich herauskristallisiert haben, basieren auf einer Mindmap, die im Workshop entwickelt wurde.

THEMEN

I. “Respektiert die Selbstdarstellungshoheit anderer!”

Karten sind Repräsentationen. Inhalte und Gegebenheiten werden in Zusammenhang gebracht. Zusammenhänge und Verbindungen wiederum sind Interpretationsvorlagen, sie grenzen ab, aus und ein, und die einzelnen “Fakten” sprechen nicht mehr singulär für sich. Kartierungen liegen immer Analysen und Ansichten zugrunde, die niemals einer generellen Wahrheit entsprechen können. Gleichzeitig wirken Karten aber irgendwie seriös, irgendwie objektiv und scheinen “alles wichtige” abzubilden. Die Kritik am ideologischen oder realitätskonstruierenden Charakter einer hegemonialen Karte gilt genauso für alle anderen, alternativen Kartierungen.

Genau jener Charakter kann eine alternative Kartierung zu einer subversiven Irritation und gedankenanregenden Überraschung machen, aber damit sollten alle von ihr “Betroffenen”, also in erster Line die in der Karte dargestellten, einverstanden sein. Wer Gruppen und/ oder Projekte kartiert, sollte diese fragen, was sie davon halten in dem Zusammenhang, den die Karte herstellt, repäsentiert zu werden.

Solidarische Kartierungen können darüber hinaus einen gemeinsamen Wissens- und Auseinandersetzungs-Mehrwert generieren, wenn die erste Idee zur Kartierung zur gemeinsamen Reflexion und Weiterentwicklung mit allen Repräsentierten freigegeben wird. Sind die “Objekte” der Kartierung gleichzeitig auch Involvierte in der Produktion, ist die Karte am Ende viel mehr auch Selbstdarstellung als “aus Versehen” unerwünschte Fremddarstellung. Und das trägt mit Sicherheit zur besseren Verbreitung und zur allgemeinen Freude aller bei.

Bedürfnisse Anderer

- möchten wissen, dass sie “gemappt wurden”
- möchten wissen, was das Ziel, die Nutzer*innen und die Aussage eurer Karte sind
- möchten bestimmen können, wo und welche Informationen über sie veröffentlicht werden
- möchten vielleicht verborgen bleiben

Anregungen

- lasst andere frühzeitig wissen, dass sie in eurer Karte aufscheinen sollen
- dokumentiert das Ziel, die geplanten Nutzer*innen und die Aussage eurer Karte
- lasst andere mitgestalten, wie und in welchen Zusammenhängen ihr Projekt auf euere Karte dargestellt wird
- bietet einen direkten Weg an, Daten zu korrigieren und Feedback zu geben (siehe auch II.)

II. “Zeigt eine bunte Welt!”

Die historische Entstehung von Karten ist eng mit der Entwicklung von Nationalstaaten und ihren Herrschaftsinstrumenten verknüpft. Sie bildeten und bilden die repräsentative Grundlage der Behauptung von Grenzen, Hierarchien und Ordnungen. Ist auf der allgemeinen Stadtkarte die Schnellstraße groß und fett eingezeichnet und der Radweg überhaupt nicht, dann spiegeln sich darin die Bedeutung des Fahrrades und des Autos im Stadtverkehr. Das ist für manche Lesarten richtig, wichtig und gut, für andere weniger. Generell bilden offizielle und komerzielle Karten die hegemonialen Herrschaftsverhältnisse von Staat und Markt ab.

Demgegenüber steht die Reklamation einer möglichen anderen Welt durch emanzipatorische Projekte, und dementsprechend kritisch können Kartierungsprojekte mit der bildlichen Grundlage ihrer Karte umzugehen versuchen. Vielleicht ist es für die kartierten Themen produktiv die hegemonialen Herrschaftsverhältnisse einmal nicht zu zitieren?

Bedürfnisse Anderer

- möchten ihr Projekt nicht im Kontext eines “staatlichen Blicks” sehen oder immer wieder solche Karten ansehen müssen
- möchten eure Karte selbst interpretieren, nicht alles vorgegeben bekommen
- möchten sich auf der Karte zurechtfinden

Anregungen

- gestaltet eure Karte!
- verwendet Alternativen zu bekannten Kartendarstellungen
- macht mehrere Karten in verschiedenen Maßstäben und Darstellungen

Ressourcen dazu

- Counter-cartographies Collective http://www.countercartographies.org/
- OpenStreetMap http://www.openstreetmap.org/
- Maps Without Borders http://www.mapswithoutborders.eu/
- OpenCycleMap / Public Transport Map http://www.thunderforest.com/

III. “Schafft ein Commons!”

Jeder kreative Output, auch Medien- und Informationserzeugnisse, werden in unserer Welt standardmäßig erstmal der Markt- und Eigentumslogik unterworfen – das heißt, dass eure Karte oder Informationssammlung streng genommen von anderen zwar betrachtet, aber erstmal nicht weiterverbreitet, verändert und “remixed” werden darf, sofern ihr nicht ausdrücklich etwas anderes festlegt. Demgegenüber stehen Versuche wie die Commons-Bewegung, Open Source Software oder die “Open Definition” [http://opendefinition.org/okd/deutsch/], Ressourcen gemeinsam und möglichst frei zu nutzen.

Ein häufig verwendetes Tool, um eure Karte zu einem Gemeingut (Commons) zu machen, sind die Lizenzen von Creative Commons. Mit Creative Commons Lizenzen kann man sich wie in einer Art “Baukastensystem” zusammenstellen, was andere mit euren Daten bzw. eurer Karte machen dürfen. Dazu reicht es, zu erklären, dass das Werk unter der gewählten Lizenz steht und auf den Lizenztext zu verlinken. Weitergehende Ansätze wie Public Domain oder die “Do What the Fuck You Want to Public License” versuchen das Werk soweit rechtlich möglich überhaupt von der Urheberrechts-Logik zu entheben.

Bedürfnisse Anderer

- möchten öffentliche Daten in anderen Zusammenhängen verwenden
- möchten eure Arbeit weiterführen und eigene Projekte darauf aufbauen
- möchten Daten aktuell halten und ergänzen

Anregungen

- wählt eine möglichst offene Lizenz für eure Karte
- verwendet andere Commons
- bietet einen direkten Weg an, Daten zu korrigieren und Feedback zu geben

Ressourcen dazu

- Creative Commons Lizenzauswahl http://creativecommons.org/choose/?lang=de
- Creative Commons Public Domain Tool http://creativecommons.org/choose/zero/?lang=de
- Do What the Fuck You Want to Public License http://www.wtfpl.net/
Anhang 1: Weiterführende Ressourcen und Inspiration/ Linksammlung http://platzda.blogsport.eu/2012/09/23/karte-der-urban-commons-in-wien/

http://www.leerstandsmelder.de/

http://vivirbien.mediavirus.org/

orangotango.info/#1
www.transitmigration.org/migmap/home_en…
iconoclasistas.com.ar
www.freespaceberlin.org
bureaudetudes.org
eipcp.net/transversal/0406/tsg/de
www.namediffusion.net/indexancien.htm
www.cyberfeminism.net/biopower/bp_map.html
hackitectura.net/blog/en/2011/mapping-t…

http://www.subversivefestival.com/txtl/1/4/en/home

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1791767

http://www.divercity.berlin.heimat.de/

http://blog.commons.at/

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ÖGFA_Impulsreferate mit Respondenz und Diskussion: Ressource Großwohnbauten

28. März 2014
19:00

Vortrag und Diskussion

ÖGFA_Impulsreferate mit Respondenz und Diskussion: Ressource Großwohnbauten – Bernd Hunger, Jan Tabor , Angelika Schnell

28.03.2014 | 19:00

Veranstaltungsort: Gumpendorfer Straße 63b, 1060 Wien

Kleinteilig, sozial und funktional durchmischt soll sie sein die europäische Stadt, so steht es seit Jahren in den strategischen Plänen der Stadtplanung. Welche Rolle kommt dabei den Stadterweiterungsprojekten der Nachkriegszeit zu, den Großwohnbauten aus den 1960er und 1970er Jahren, aus denen unsere Städte auch bestehen?

Das Image dieser Großwohnbauten ist nicht das Allerbeste, kommen sie doch in den Medien vor allem als „soziale Brennpunkte“ vor, die man am liebsten zum Verschwinden bringen möchte, was in einigen Fällen durch Sprengung und Ersatzneubauten auch schon geschehen sind. Positive Ausnahmen wie der vielfach beforschte und mit einer hohen Lebensqualität zertifizierte Wohnpark Alt Erlaa von Harry Glück bestätigen scheinbar nur die Regel. Welche spezifischen Qualitäten bieten Großwohnbauten heute und zukünftig für ihre Bewohnerinnen und Bewohner? Welchen Platz können sie in Diskurs und Praxis von Architektur und Stadtentwicklung finden?

Viel ist die Rede von einer notwendigen Urbanisierung der monofunktionalen Großwohnsiedlungen, von einer Aufwertung der öffentlichen Räume, einer Verbesserung des Wohnumfeldes und einer Förderung der sozialen und funktionalen Durchmischung. Im Zuge der aktuellen Wachstumsprognosen richtet sich in Wien der Blick aber noch aus anderen Gründen auf die Großwohnbauten. Sie gelten als Ressourcen für inneres Stadtwachstum, also für Nachverdichtung. Wie werden solche Stadtumbauten zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner gestaltet? Wer bewertet die vorhandenen Qualitäten? Wie sollen wir mit der Ressource Raum umgehen, die in den Großwohnsiedlungen noch reichlich vorhanden ist? In wessen Interesse und Gewinn wird gehandelt?
Text: Angelika Fitz

Referate:

Bernd Hunger
Stadtplaner und Stadtsoziologe in Berlin; Referent für Wohnungs- und Städtebau, Forschung und Entwicklung beim GdW Bundesverband deut-scher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.; Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung; Vorsitzender des „Kompetenzzentrum Großsiedlungen Berlin” e.V.; Arbeitsschwerpunkte: Stadtumbau Ost und West, Städtebauliche und soziale Weiterentwicklung von Großsiedlungen, Soziale Stadt, integrierte Stadtentwicklungskonzepte, Baukultur im Wohnungs- und Städtebau, Strategien zum Zusammenwirken von Kommunen und Wohnungswirtschaft in der Stadtentwicklung

Jan Tabor
Architekturtheoretiker, Ausstellungsmacher, unterrichtet Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien und Akademie der Künste in Bratislava, Berufsrevolutionär, 1. Sekretär der symposionistischen Internationale, außerordentliches Ehrenmitglied des Wiener Künstlerhauses, Mitarbeiter der Ausstellung Kunst und Befreiung.

Respondenz:

Angelika Schnell
Architekturtheoretikerin und -historikerin; Studium der Theaterwissenschaften und der Architektur in München, Berlin und Delft; von 1993 bis 2001 Redakteurin der Architektur und Städtebauzeitschrift ARCH+; seit 1999 Lehrtätigkeit in Architekturgeschichte, Architekturtheorie und Entwurf, seit Oktober 2009 Professur an der Akademie der bildenden Künste Wien

Moderation: Angelika Fitz, ÖGFA

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ÖGFA_Podiumsdiskussion: kooperativ? verfahren? zu den Chancen und Grenzen kollektiver Planungsprozesse

7. März 2014
19:00

Podiumsdiskussion

ÖGFA_Podiumsdiskussion: kooperativ? verfahren? zu den Chancen und Grenzen kollektiver Planungsprozesse – Marlies Breuss, Walter Chramosta, Rudolf Kohoutek, Robert Korab

07.03.2014 | 19:00

Veranstaltungsort: Gumpendorfer Straße 63b, 1060 Wien

Wenn Urbanität eine Frage des Bewusstseins ist, des Witzes, wie Robert Pfaller meint – was können dann Planungsverfahren zur Entwicklung städtischer Zivilisation beitragen? Wo müssten sie ansetzen? Wer müsste wie zur Sprache kommen?

Verfahren werden in postindustriellen Gesellschaften mehr denn je zielorientiert eingesetzt und optimiert. Auch Dienstleistungen, zu denen Planungsverfahren gewöhnlich gezählt werden, unterliegen einer permanenten Qualitätskontrolle, einer lückenlosen Normierung, einer objektivierten Evaluierung – diese Vorstellung scheint jedenfalls Planungsabteilungen, Verwaltungen, Berufsvertretungen, und Rechtsabteilungen ergriffen zu haben. Aber wann und wo wird die Frage nach den Zielsetzungen gestellt?

Wenn geistige Leistungen, als die Planungsleistungen bislang gelten, definitionsgemäß nicht definierbar sind, bevor sie erbracht wurden, wird die Herausforderung klar, der sich Planungsverfahren stellen. Kooperation scheint hier einen Ausweg zu versprechen: Sie könnte diejenigen zur Sprache, zur Teilhabe am Öffentlichen bringen, deren Bewusstsein Urbanität entstehen ließe. Aber lässt sich Kooperation „top down“ verordnen? Stößt der „Witz“ der Betroffenen nicht an Grenzen, wo es um Verteilungs(un)gerechtigkeit geht, um extreme Machtunterschiede, um unvereinbare Interessensgegensätze? Entledigt sich Politik ihrer politischen Verantwortung, wenn sie über diese Unterschiede hinweg zum Aushandeln von Gegensätzen animiert? Wo ist weiterhin langfristige Planung angesagt? Gibt es allgemeine Interessen, die auch in kooperativen Verfahren grundsätzlich nicht verhandelbar sein sollen, und werden sie als Vorgaben konkret und operabel? Auch wenn Kooperation hilft, den planerischen Zirkel aufzubrechen und ein Projekt in Gang zu bringen, ohne eine Partei zu überrollen, bleibt die Frage nach den Voraussetzungen. Wer legt sie fest ohne urbanistischen Grundkonsens? Oder wäre der das Ziel des eigentlich notwendigen kollektiven Planungsprozesses? Nicht als verordnetes „bottom up“ zur Legitimation des „Geschäfts mit der Stadt“, sondern auf Augenhöhe mit der Komplexität der Stadt.

„Bauen ist eine kollektive Handlung“ schrieb Hannes Meyer 1939. Was er „Mitwirkung des Publikums“ nannte, wurde seit den 1960er Jahren als Partizipation systematisch entwickelt und hat nunmehr Fragestellungen städtischen Maßstabs erreicht. Das „Publikum“ wird divergent, potentiell diffus, und die Organisation der Prozesse, für Meyer noch die Architektenaufgabe, mutiert zur Moderation durch Spezialisten. ExpertInnen? Werden auch moderiert. Gebärden sie sich als pechakucha.Entwerfer? Spielen sie den Part der willfährigen Technokraten? Oder liefern sie Zahlen und Bilder für noch unklare Vorstellungen, Wünsche? Ist auch ihre Fähigkeit zu Analyse, Kritik und Interpretation gefragt, zum Synthetisieren von Typen, zum Setzen von Denkanstößen und zum Stellen der entscheidenden Fragen? Wer übersetzt das „urbane Bewusstsein“ in Strukturen gebauter Umwelt? Braucht das nicht Imagination?

Und: Wird der Unterschied zwischen der fluiden „Software“ urbaner Kultur, sozialen Raums, der Formen von Aneignung und Teilhabe, deren Update-Rate sich oft in Monaten misst und der „Hardware“ der Straßen und Gebäude, der Bäume und Bahntrassen, die auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, die Entwicklung und den Zustand einer Stadt bestimmen (auch wenn sie ihre Funktion ein Dutzend Mal verändert, ihre ursprüngliche Bedeutung längst eingebüßt haben), nicht sträflich unterschätzt? Besteht städtische Kultur nicht (auch) darin, dass sich der Witz an Steinen entzündet?

Was also können, was sollen Kooperative Verfahren? Die ÖGFA lädt zu einer Podiumsdiskussion mit AktivistInnen und Experten, KritikerInnen und Proponenten.
Text: Andreas Vass

Impulsreferat:

Rudolf Kohoutek
lebt in Wien. Studium der Architektur an der TH Wien, Geographie an der Universität Wien. Freiberufliche Stadtforschung seit 1974 in den Feldern Städtebau, Instrumente der Stadtplanung, Stadterneuerung,
Stadtgestaltung, Alltagsleben, Architektur, Wohnqualität etc.

Diskussion:

Marlies Breuss
Architektin, Partner von HOLODECK architects. Studierte Klavier und Komposition, absolvierte Architektur an der TU Wien und ein postgraduales Masterprogramm am Southern California Institute of Architecture (SCI Arc, M.Arch.II) in Los Angeles. Workshops in Turin und Paris, Universitätslektorin an der TU Wien seit 1996. Architekturpreismitglied und Jurymitglied in internationalen Wettbewerben seit 2004.

Walter Chramosta
Architekt und Architekturpublizist; internationale Vermittlungsarbeit in Sachen Architektur, Ingenieurbau und Landschaftsgestaltung. Architekturkritiker für in- und ausländische Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Lebt als freischaffender Forscher in Wien.

Robert Korab
Studium der Physik und Wissenschaftstheorie. Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bereichs- und Institutsleiter des Österreichischen Ökologie-Institutes (1986-2000). 2001 Gründung von raum & kommunikation. Ständiges Mitglied der Jury Bauträgerwettbewerbe Wien und Mitglied des Grundstücksbeirats (1995-2002). Ständiger Berater der Geschäftsgruppe Wohnbau und der Baudirektion der Stadt Wien.

Moderation: Andreas Vass, ÖGFA

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ÖGFA_Impulsreferate, Diskussion: Das Baurecht: Mittel gegen Bodenspekulation?

28. Februar 2014
19:00

Vortrag und Diskussion

leerÖGFA_Impulsreferate, Diskussion: Das Baurecht: Mittel gegen Bodenspekulation? Bettina Köhler (angefragt), Christoph Luchsinger, Rolf Novy-Huy

28.02.2014 | 19:00

Veranstaltungsort: Gumpendorfer Straße 63b
1060 Wien

„Der Grund und Boden dem Staat, der Hausbesitz dem Privaten.“ (Hans Bernoulli)

„Die Gemeinde verkauft kein Land, das in ihrem Eigentum steht. Die Gemeinde erwirbt in privatem Eigentum stehendes Land nach Möglichkeit. Die Gemeinde läßt ihr Land durch Private nutzen, indem sie ihnen ein Baurecht einräumt an diesem ihren Land.“
(„Die Aufgabe des Tages“, in: Die Stadt und ihr Boden, Hans Bernoulli, 1946)

Die Problematik des Geschäfts mit der Stadt lässt sich anhand des Geschäfts mit Grund und Boden zuspitzen: Wenn Liegenschaften auf Basis von öffentlichen Maßnahmen – ob Verbesserung der Infrastruktur oder höhere Widmung des Grundstücks – an Wert gewinnen, so ist dies keine selbstverdiente Leistung. Wenn es nun von Seiten der Öffentlichkeit keine Mittel gibt, den Gewinn aus dem Privateigentum von Boden (teilweise) zu beanspruchen, dann schenkt die Öffentlichkeit der jeweiligen GrundeigentümerIn einen oft nicht unerheblichen Mehrwertsgewinn bei Verkauf oder Entwicklung des Grundstücks – und fördert Bodenspekulation.

Bodenpolitik hat aber nun auch unmittelbar mit der Leistbarkeit von Wohnraum zu tun: Gut erschlossene zentrale Grundstücke werden durch die Bodenspekulation am freien Markt teure Ware, wodurch diese Lagen für Luxus-Immobilien lukrativ und für Sozialen Wohnbau unbezahlbar werden. D.h. günstiger Wohnraum wird aus den zentralen Lagen vertrieben. Doch auch Grundstückseigentum am Stadtrand ist – in einer Stadt ohne Mehrwertabgabe – Spekulationsobjekt.

Unter den bereits bestehenden Formen, Verfügungsrechte über Grund und Boden auch anders als über private Eigentumsfreiheit zu organisieren, gibt es unter anderem das Baurecht. Das befristete Recht, auf einem Grundstück ein Haus im Eigentum zu errichten und zu betreiben wird auch als Entkapitalisierung des Bodens beschrieben. Es geht eben darum, den Boden dauerhaft der Spekulation zu entziehen. Grund und Boden sind nicht (re-)produzierbar. Baurecht bedeutet auch, dass das öffentliche Interesse in das private Recht integriert wird.

Nachdem im Rahmen des Schwerpunkts „Das Geschäft mit der Stadt“ bereits ausführlich über die Mehrwertabgabe im Verhältnis zur öffentlich geschaffenen Infrastruktur und urbaner Qualität diskutiert wurde – u.a. anhand des spezifischen basis-demokratischen Kontexts der Schweizer Stadt Basel – geht es in dieser Veranstaltung darum, die Für und Wider des Instruments (Erb-)Baurecht abzuwägen. Ist das Baurecht ein geeignetes Instrument für bessere Bodenpolitik, und um leistbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen?
Text: Gabu Heindl

Impulsreferate:

Bettina Köhler
(INURA Wien); www.inura.org

Christoph Luchsinger
Studium der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ); wiss. Mitarbeiter und Dozent für Städtebaugeschichte bei Professor André Corboz (ETHZ); Redakteur der Zeitschrift Werk, Bauen + Wohnen; Dozent am Zentrum Urban Landscape an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur (ZHAW); Gastprofessor an der ETHZ, TU Ljubljana und TU Graz. Seit 1991 gemeinsames Architekturbüro mit Max Bosshard in Luzern und seit 2009 Professor für Städtebau und Entwerfen an der TU Wien.

Rolf Novy-Huy
Geschäftsführer der Stiftung trias. Zuvor bei der GLS Gemeinschaftsbank eG in Bochum 12 Jahre lang in der Finanzierung von Projekten tätig, Schwerpunkt Wohnprojekte. Die Stiftung vergibt Liegenschaften im Baurecht für qualitätsvolle Wohnprojekte.
Stiftung trias: Gemeinnützige Stiftung für Boden, Ökologie und Wohnen. Die Stiftung trias fördert Initiativen, die Fragestellungen des Umgangs mit Grund und Boden, ökologischen Verhaltensweisen und neue Formen des Wohnens aufnehmen. Ihre Stiftungsziele verwirklicht sie gemeinsam mit Kooperationspartnern im Rahmen gemeinnütziger Zielsetzungen.

Im Anschluss: Podiumsdiskussion

http://www.oegfa.at/event.php?item=8132

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Stadtgärtner*innen united! – Permakultur im März

4. März 2014
18:30
15. März 2014
15:00

Dienstag, 4.3.2014 um 18h30
Seedballs basteln, verstehen und verwenden + Saatguttauschbörse!
Kaleidoskop, Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien

Seedball sind Kugeln aus Erde, Ton und Samen, die sehr einfach, günstig in großer Anzahl produziert werden können, und sich dank ihrer Wurffähigkeit leicht über die Stadt verteilen lassen. Wir werden bei diesem Workshop gemeinsam Seedballs basteln und praktische Tips zu Aussat im Garten und im öffentichen Raum austauschen. Dabei erzählen wir eine kleine Geschichte der Seedballs: Von ihrem Erfinder, Masanobu Fukuoka, der als Begründer der “natürlichen Landwirtschaft” zu den einflussreichsten Pionieren der Permakultur zählt, und von ihrer Verwendung als “Seedbombs” der Guerilla Gardener, die auf gärtnerische Weise den öffentlichen Raum zurück erobern.
Achtung!: Wenn ihr Saatgut habt, seid ihr herzlich eingeladen, es zum Tauschen und Verarbeiten mitzubringen! Es wird jedoch auch Saatgut zur Verfügung stehen, sodass alle, die Lust haben, auch basteln können.

Samstag, 15.3.2014 um 15h
Stadtgärten kennen lernen, vernetzen, Erfahrungen austauschen und einsteigen.
Akademie der Bildenden Künste, Schillerplatz 1-3, ÖH-Büro (Raum E5), 1010 Wien
im Erdgeschoß, nach dem Haupteingang links und um die Ecke weiter.

Menschen, die in Wien und Umgebung gärtnern, und die, die das gerne tun möchten, lernen sich in diesem Workshop kennen. Bestehende Gärten stellen sich vor, Interessierte können einen Überblick gewinnen und Anschluss finden, und es können sich gänzlich neue Initiativen gründen. In einer Diskussionsrunde widmen wir und der Vielfalt städtischer Gemeinschaftsgärten, und im Besonderem dem Tun und Werken der Gärtner*innen im öffentlichem Raum im Spannungsfeld zwischen Eigentumskultur und Commoning. Alle, die in diesem Jahr ihre Lust aufs Gärtnern (wieder) ausleben möchten, sind herzlich eingeladen!

es stellen sich vor:
Garten Wolfganggasse
Permakultur-Gemeinschaftsgarten-Initiative Favoriten
Guerilla Garten: Längenfeld
Garten-Polylog (angefragt)
Nachbarschaftsgarten Macondo (angefragt)

Anschließend gibt es die Möglichkeit für Diskussionsrunden in Kleingruppen zu gesammelten Fragestellungen und Ideen. Nach einer gemeinsamen Abschlussrunde geht das Programm in einen offenen Austausch über. Dafür laden wir alle ein für ein gemeinsames Buffet Essen mitzunehmen!

>>> Info zur Permakultur Workshop-Reihe – wir werden im April pausieren und melden uns dann mit einen neuen Paket an Terminen im Mai wieder bei euch!

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